(Kiel) Der u. a. für das Wett­be­werbs­recht zustän­di­ge I. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hof hat soeben ent­schie­den, dass eine Wer­bung mit her­vor­ge­ho­be­nen Ein­füh­rungs­prei­sen, denen höhe­re durch­ge­stri­che­ne Prei­se gegen­über­ge­stellt wer­den, nur zuläs­sig ist, wenn sich aus der Wer­bung ergibt, wie lan­ge die Ein­füh­rungs­prei­se gel­ten und ab wann die durch­ge­stri­che­nen höhe­ren Prei­sen ver­langt wer­den.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Mit­glied in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 17. März 2011 — I ZR 81/09 — Ori­gi­nal Kan­chipur.

Der Beklag­te, der im Tep­pich­han­del tätig ist und im Jah­re 2007 eine Nie­der­las­sung in Frie­sen­heim bei Frei­burg betrieb, warb in einem der Badi­schen Zei­tung bei­gefüg­ten Pro­spekt für sei­ne Tep­pich­kol­lek­ti­on “Ori­gi­nal Kan­chipur” mit Ein­füh­rungs­prei­sen, denen er deut­lich höhe­re durch­ge­stri­che­ne Prei­se gegen­über­stell­te. Im Text des Pro­spekts wies er dar­auf hin, dass die Kol­lek­ti­on eine Welt­neu­heit sei, zu deren Markt­ein­füh­rung er als Her­stel­ler hohe Rabat­te geben kön­ne. Die Klä­ge­rin, ein Frei­bur­ger Wett­be­wer­ber, sah in die­ser Wer­bung eine Irre­füh­rung und einen Ver­stoß gegen das wett­be­werbs­recht­li­che Trans­pa­renz­ge­bot. Ihre Kla­ge hat­te in bei­den Vor­in­stan­zen Erfolg. Der Bun­des­ge­richts­hof hat die dage­gen ein­ge­leg­te Revi­si­on des Beklag­ten zurück­ge­wie­sen.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Ansicht des Beru­fungs­ge­richts bestä­tigt, so Dr. Ise­le, dass die Bedin­gun­gen für die Inan­spruch­nah­me die­ser Ver­kaufs­för­de­rungs­maß­nah­me in der Wer­be­an­zei­ge nicht — wie in § 4 Nr. 4 UWG gefor­dert — klar und ein­deu­tig ange­ge­ben waren. Außer­dem ver­sto­ße die Wer­bung gegen das Irre­füh­rungs­ver­bot. Wer mit einem höhe­ren durch­ge­stri­che­nen Prei­se wer­be, müs­se deut­lich machen, wor­auf sich die­ser Preis bezie­he. Han­de­le es sich um den regu­lä­ren Preis, den der Händ­ler nach Abschluss der Ein­füh­rungs­wer­bung ver­lan­ge, müs­se er ange­ben, ab wann er die­sen regu­lä­ren Preis in Rech­nung stel­len wer­de. Anders als beim Räu­mungs­ver­kauf, bei dem der Kauf­mann nach der Recht­spre­chung — nicht — zu einer zeit­li­chen Begren­zung genö­tigt ist, muss damit ein Ein­füh­rungs­an­ge­bot, das mit durch­ge­stri­che­nen höhe­ren Prei­sen wirbt, eine zeit­li­che Begren­zung auf­wei­sen.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, die­se Ent­schei­dung zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen beim Wett­be­werbs­recht auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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