(Kiel) Der für das Bank­recht zustän­di­ge XI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat­te am 11. Janu­ar 2011 erneut über Scha­dens­er­satz­an­sprü­che von Ver­brau­chern im Zusam­men­hang mit soge­nann­ten “Schrott­im­mo­bi­li­en” zu ent­schei­den.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Urtei­le des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 11.01.2011 — XI ZR 220/08 u. a.

Bei den ver­han­del­ten 11 Sachen han­delt es sich um Par­al­lel­ver­fah­ren, in denen die Klä­ger die Beklag­ten – unter ande­rem eine Bau­spar­kas­se – auf Rück­ab­wick­lung kre­dit­fi­nan­zier­ter Immo­bi­li­en­käu­fe in Anspruch neh­men. Die Fall­ge­stal­tun­gen sind der­je­ni­gen ver­gleich­bar, die der Ent­schei­dung des Senats vom 29. Juni 2010 (XI ZR 104/08) zugrun­de lag. Dort hat der Senat ein Beru­fungs­ur­teil bestä­tigt, das eine arg­lis­ti­ge Täu­schung der Anle­ger über die Höhe der Ver­triebs­pro­vi­sio­nen durch Anga­ben im sog. “Objekt- und Finan­zie­rungs­ver­mitt­lungs­auf­trag” bejaht und damit eine Scha­dens­er­satz­pflicht der Beklag­ten wegen vor­ver­trag­li­cher Auf­klä­rungs­pflicht­ver­let­zung ange­nom­men hat. Nach dem bun­des­weit ver­wen­de­ten “Objekt- und Finan­zie­rungs­ver­mitt­lungs­auf­trag” soll der Auf­trag “durch die in Punkt 4. und 5. der nach­fol­gen­den Auf­stel­lung benann­ten Fir­men zu den dort genann­ten Gebüh­ren­sät­zen aus­ge­führt wer­den”. Der Senat hat die­ses For­mu­lar dahin­ge­hend aus­ge­legt, dass die dort genann­ten Gebüh­ren­sät­ze aus Sicht der Anle­ger die Gesamt­pro­vi­sio­nen ange­ben, zu denen die jewei­li­gen Ver­mitt­lungs­ge­sell­schaf­ten den Auf­trag ins­ge­samt aus­füh­ren sol­len. Flie­ßen an die Gesell­schaf­ten tat­säch­lich höhe­re Pro­vi­si­ons­zah­lun­gen, sind die dor­ti­gen Anga­ben daher unrich­tig.

Die Beru­fungs­ge­rich­te haben in den am 11.01.2011 ver­han­del­ten Sachen ein vor­ver­trag­li­ches Auf­klä­rungs­ver­schul­den der Beklag­ten ver­neint. In die­sen Sachen steht teil­wei­se fest, dass der “Objekt- und Finan­zie­rungs­ver­mitt­lungs­auf­trag” eben­falls zum Ein­satz kam, in den übri­gen Fäl­len ist davon revi­si­ons­recht­lich aus­zu­ge­hen.

Im Hin­blick auf die Ent­schei­dung vom 29. Juni 2010 (XI ZR 104/08) hat der Senat in acht Fäl­len die Beru­fungs­ur­tei­le auf­ge­ho­ben und die Sachen zur wei­te­ren Klä­rung an die jewei­li­gen Beru­fungs­ge­rich­te zurück­ver­wie­sen, so Hün­lein In drei Ver­fah­ren hat er wegen schwe­ben­der Ver­gleichs­ver­hand­lun­gen der Par­tei­en zunächst Ver­kün­dungs­ter­min anbe­raumt, um den Par­tei­en Gele­gen­heit zu geben, ihre Ver­gleichs­ver­hand­lun­gen abzu­schlie­ßen.

Rechts­an­walt Hün­lein emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len um recht­li­chen Rat nach­zu­su­chen, wozu er u. a. auch auf die auf Bank- und Kapi­tal­markt­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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Klaus Hün­lein
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