(Kiel) Der unter ande­rem für das Wett­be­werbs­recht zustän­di­ge I. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat in einer am 16.07.2009 ver­kün­de­ten Ent­schei­dung zu der Fra­ge Stel­lung genom­men, ob ein Ver­sand­händ­ler, der Waren über eine Preis­such­ma­schi­ne (Preis­ver­gleichs­lis­te) im Inter­net bewirbt, dabei auch auf beim Erwerb der Waren hin­zu­kom­men­de Ver­sand­kos­ten hin­wei­sen muss.

Dar­auf ver­weist die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 16.07.2009, Az.: I ZR 140/07.


Nach der Preis­an­ga­ben­ver­ord­nung ist ein Händ­ler ver­pflich­tet anzu­ge­ben, ob neben dem End­preis der Ware zusätz­li­che Lie­fer- und Ver­sand­kos­ten anfal­len. Gege­be­nen­falls hat er deren Höhe bzw. Berech­nungs­grund­la­ge anzu­ge­ben. Die­se Anga­ben müs­sen der Wer­bung ein­deu­tig zuge­ord­net sowie leicht erkenn­bar und deut­lich les­bar oder sonst gut wahr­nehm­bar gemacht wer­den.


In dem der Ent­schei­dung zugrun­de lie­gen­den Fall hat­te ein Unter­neh­men, das Elek­tro­nik­pro­duk­te über das Inter­net ver­treibt, sei­ne Waren in die Preis­such­ma­schi­ne “froogle.de” ein­ge­stellt. Der dort für jedes Pro­dukt ange­ge­be­ne Preis schloss die Ver­sand­kos­ten nicht ein. Erst wenn die Waren­ab­bil­dung oder der als elek­tro­ni­scher Ver­weis gekenn­zeich­ne­te Pro­dukt­na­me ange­klickt wur­de, wur­de man auf eine eige­ne Sei­te des Anbie­ters geführt, auf der neben dem Preis des Pro­dukts die Ver­sand­kos­ten ange­ge­ben waren. Ein Mit­be­wer­ber hat den Ver­sand­händ­ler des­we­gen auf Unter­las­sung in Anspruch genom­men. Land­ge­richt und Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg haben der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das Beru­fungs­ge­richt hat sei­ne Ent­schei­dung damit begrün­det, dass das bei der bean­stan­de­ten Wer­bung mög­li­che Ankli­cken der Waren­ab­bil­dung und des Pro­dukt­na­mens kei­nen “spre­chen­den Link” dar­stel­le, der dem Ver­brau­cher ein­deu­tig ver­mitt­le, dass er über ihn wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu den Ver­sand­kos­ten abru­fen kön­ne.


Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Revi­si­on des Ver­sand­händ­lers zurück­ge­wie­sen, betont Scheel-Pötzl.


Bei Preis­an­ga­ben in Preis­ver­gleichs­lis­ten müs­se der Ver­brau­cher auf einen Blick erken­nen kön­nen, ob der ange­ge­be­ne Preis die Ver­sand­kos­ten ent­hal­te oder nicht. Denn die Aus­sa­ge­kraft des Preis­ver­gleichs, der übli­cher­wei­se in einer Rang­lis­te dar­ge­stellt wer­de, hän­ge von die­ser wesent­li­chen Infor­ma­ti­on ab. Unter die­sen Umstän­den sei es nicht aus­rei­chend, wenn der Inter­es­sent erst dann, wenn er sich mit einem bestimm­ten Ange­bot näher befas­se, auf die zusätz­lich anfal­len­den Ver­sand­kos­ten hin­ge­wie­sen wer­de.
Scheel-Pötzl emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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