(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat am 13. Okto­ber 2010 die Pflicht des Ver­mie­ters prä­zi­siert, dem Mie­ter nach einer berech­tig­ten Kün­di­gung wegen Eigen­be­darfs eine wäh­rend der Kün­di­gungs­frist frei­wer­den­de ver­gleich­ba­re Woh­nung im sel­ben Haus anzu­bie­ten.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 13. Okto­ber 2010 – VIII ZR 78/10.

Der Beklag­te ist Mie­ter einer Woh­nung der Klä­ge­rin in Bonn, in der er zusam­men mit sei­ner eben­falls in Anspruch genom­me­nen Ehe­frau lebt. Die Klä­ge­rin kün­dig­te das Miet­ver­hält­nis durch Schrei­ben vom 23. April 2008 wegen Eigen­be­darfs zum 31. Janu­ar 2009. Vor Ablauf der Kün­di­gungs­frist wur­de im 1. Ober­ge­schoss des Hau­ses, in dem auch die Miet­woh­nung der Beklag­ten gele­gen ist, eine wei­te­re Miet­woh­nung der Klä­ge­rin frei. Die Klä­ge­rin ver­mie­te­te die­se Woh­nung ander­wei­tig neu, ohne sie zuvor den Beklag­ten ange­bo­ten zu haben.

Das Amts­ge­richt hat die auf Räu­mung und Her­aus­ga­be der Woh­nung gerich­te­te Kla­ge abge­wie­sen. Das Land­ge­richt hat der Kla­ge auf die Beru­fung der Ver­mie­te­rin statt­ge­ge­ben.

Die dage­gen gerich­te­te Revi­si­on der Beklag­ten hat­te Erfolg, betont Klar­mann.

Der unter ande­rem für das Wohn­raum­miet­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat sei­ne Recht­spre­chung bekräf­tigt, dass der wegen Eigen­be­darfs berech­tigt kün­di­gen­de Ver­mie­ter dem Mie­ter eine ande­re, ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­de ver­gleich­ba­re Woh­nung wäh­rend der Kün­di­gungs­frist anbie­ten muss, sofern sich die Woh­nung im sel­ben Haus oder in der­sel­ben Wohn­an­la­ge befin­det. Ande­ren­falls ist die aus­ge­spro­che­ne Kün­di­gung wegen Ver­sto­ßes gegen das Gebot der Rück­sicht­nah­me rechts­miss­bräuch­lich und damit unwirk­sam. Zur ord­nungs­ge­mä­ßen Erfül­lung der Anbiet­pflicht muss der Ver­mie­ter den Mie­ter über die wesent­li­chen Bedin­gun­gen einer Anmie­tung (Grö­ße und Aus­stat­tung der Woh­nung sowie Miet­kon­di­tio­nen) infor­mie­ren. Da im vor­lie­gen­den Streit­fall der Ver­mie­ter die­ser Pflicht nicht nach­ge­kom­men ist, hat er kei­nen Anspruch auf Räu­mung und Her­aus­ga­be der an die Beklag­ten ver­mie­te­ten Woh­nung.
 
Klar­mann emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.


Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Jens Klar­mann
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
DASV Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 – 974 300
Fax: 0431 – 974 3099
Email: j.klarmann@pani‑c.de
www.pani‑c.de