(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat am 27.01.2010 ent­schie­den, dass die Eigen­be­darfs­kün­di­gung wegen des Wohn­be­darfs einer Nich­te des Ver­mie­ters wirk­sam ist.

Dar­auf ver­weist der Esse­ner Rechts­an­walt Wolf­gang Nebel von der DASV Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 27.01.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 27.01.2010, Az.: VIII ZR 159/09.


In dem Fall zog die damals 85-jäh­ri­ge Klä­ge­rin im Som­mer 2004 aus ihrer Eigen­tums­woh­nung in Baden-Baden aus und über­sie­del­te in eine nahe gele­ge­ne Senio­ren­re­si­denz. Sie ver­mie­te­te die Woh­nung ab Sep­tem­ber 2004 an die Beklag­ten zu einer monat­li­chen Mie­te von 1.050 €. Im August 2007 über­trug die ver­wit­we­te und kin­der­lo­se Klä­ge­rin das Eigen­tum an der Woh­nung im Wege vor­weg­ge­nom­me­ner Erb­fol­ge auf ihre Nich­te; dabei behielt sie sich einen Nieß­brauch an der Woh­nung vor. In dem Über­tra­gungs­ver­trag ver­pflich­te­te sich die Nich­te als Gegen­leis­tung gegen­über der Klä­ge­rin, auf Lebens­zeit deren Haus­halt in der Senio­ren­re­si­denz zu ver­sor­gen und die häus­li­che Grund­pfle­ge der Klä­ge­rin zu über­neh­men. Durch Anwalts­schrei­ben ließ die Klä­ge­rin seit August 2007 mehr­fach Kün­di­gun­gen des mit den Beklag­ten bestehen­den Miet­ver­hält­nis­ses aus­spre­chen. Als Kün­di­gungs­grund wur­de auch Eigen­be­darf für die Nich­te auf­grund der Pfle­ge­ver­ein­ba­rung im Ver­trag vom August 2007 gel­tend gemacht. Das Amts­ge­richt hat die anschlie­ßend von der Ver­mie­te­rin erho­be­ne Räu­mungs­kla­ge abge­wie­sen. Das Land­ge­richt hat die Beru­fung der Klä­ge­rin zurück­ge­wie­sen.
Die dage­gen gerich­te­te Revi­si­on der Klä­ge­rin hat­te Erfolg, betont Nebel.


Der unter ande­rem für das Wohn­raum­miet­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass die Nich­te der Klä­ge­rin als Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge im Sin­ne § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB anzu­se­hen ist und die Eigen­be­darfs­kün­di­gung des­halb berech­tigt war. Der Bun­des­ge­richts­hof hat in Fort­füh­rung sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung zu § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB aus­ge­führt, dass nicht nur Geschwis­ter, son­dern auch deren Kin­der noch so eng mit dem Ver­mie­ter ver­wandt sind, dass es nicht dar­auf ankommt, ob im Ein­zel­fall eine beson­de­re per­sön­li­che Bezie­hung oder sozia­le Bin­dung zum Ver­mie­ter besteht.


Nebel emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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