(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat am 06. Okto­ber 2010 ent­schie­den, dass es einem gewerb­li­chen Groß­ver­mie­ter in tat­säch­lich und recht­lich ein­fach gela­ger­ten Fäl­len zuzu­mu­ten ist, ein Kün­di­gungs­schrei­ben ohne anwalt­li­che Hil­fe zu ver­fas­sen. Die Kos­ten für einen den­noch beauf­trag­ten Rechts­an­walt sind daher vom Mie­ter nicht zu erstat­ten.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 06.10.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 6. Okto­ber 2010 – VIII ZR 271/09.

Die Klä­ge­rin ist ein Unter­neh­men der Woh­nungs­wirt­schaft, das über eine Viel­zahl von Woh­nun­gen ver­fügt und die­se gewerb­lich ver­mie­tet. Die Beklag­ten, die eine Woh­nung von der Klä­ge­rin gemie­tet haben, gerie­ten mit zwei Monats­mie­ten in Rück­stand. Dar­auf­hin erklär­te die Klä­ge­rin mit anwalt­li­chem Schrei­ben die frist­lo­se Kün­di­gung des Miet­ver­trags gemäß § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 BGB. Die Klä­ge­rin hat mit ihrer Kla­ge Räu­mung und Her­aus­ga­be der Woh­nung sowie Zah­lung der durch das Kün­di­gungs­schrei­ben ent­stan­de­nen Rechts­an­walts­kos­ten in Höhe von 402,82 € begehrt. Hin­sicht­lich der in der Revi­si­on allein noch maß­geb­li­chen Rechts­an­walts­kos­ten hat das Amts­ge­richt die Kla­ge abge­wie­sen. Das Land­ge­richt hat die Beru­fung der Klä­ge­rin zurück­ge­wie­sen.

Die dage­gen gerich­te­te Revi­si­on der Klä­ge­rin hat­te kei­nen Erfolg, so Klar­mann.

Der unter ande­rem für das Wohn­raum­miet­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass Kos­ten, die aus der Sicht des Ver­mie­ters zur Wah­rung und Durch­set­zung sei­ner Rech­te nicht erfor­der­lich und zweck­mä­ßig sind, vom Mie­ter nicht als Ver­zugs­scha­den zu erset­zen sind. Sofern es sich wie in der ent­schie­de­nen Kon­stel­la­ti­on um einen tat­säch­lich und recht­lich ein­fach gela­ger­ten Fall han­delt, bedarf ein gewerb­li­cher Groß­ver­mie­ter für die Abfas­sung einer auf Zah­lungs­ver­zug gestütz­ten Kün­di­gung kei­ner anwalt­li­chen Hil­fe. Dies gilt auch dann, wenn der Groß­ver­mie­ter nicht über eine eige­ne Rechts­ab­tei­lung ver­fügt. 

Klar­mann emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.


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