(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat am 27. Mai 2010 eine Klau­sel in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen eines Ein­fa­mi­li­en­fer­tig­haus­an­bie­ters in Ver­trä­gen mit pri­va­ten Bau­her­ren für wirk­sam erklärt, nach der der Bau­herr ver­pflich­tet ist, spä­tes­tens acht Wochen vor dem vor­ge­se­he­nen Bau­be­ginn eine unbe­fris­te­te, selbst­schuld­ne­ri­sche Bürg­schaft eines Kre­dit­in­sti­tuts in Höhe der geschul­de­ten Gesamt­ver­gü­tung zur Absi­che­rung aller sich aus dem Ver­trag erge­ben­den Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen des Bau­herrn vor­zu­le­gen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 27.05.2010  ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) — VII ZR 165/09.

Die Kla­ge eines Ver­brau­cher­schutz­ver­eins gegen den Fer­tig­haus­an­bie­ter auf Unter­las­sung der Ver­wen­dung die­ser Klau­sel hat­te kei­nen Erfolg. Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Revi­si­on gegen das kla­ge­ab­wei­sen­de Urteil des Ober­lan­des­ge­richts zurück­ge­wie­sen.


Der Bun­des­ge­richts­hof hat ent­schie­den, so Klar­mann, dass die Klau­sel bei einer umfas­sen­den Wür­di­gung der Inter­es­sen bei­der Par­tei­en den Bau­herrn nicht unan­ge­mes­sen benach­tei­ligt, § 307 BGB. Zwar wer­de der Bau­herr mit den Kos­ten der Bürg­schaft in Form der Aval­pro­vi­si­on des Kre­dit­in­sti­tuts belas­tet. Das sei aber durch ein zumin­dest gleich­wer­ti­ges Inter­es­se des Fer­tig­haus­an­bie­ters auf Absi­che­rung sei­ner For­de­rung gerecht­fer­tigt. Die­ses erge­be sich aus des­sen Vor­leis­tungs­pflicht in Ver­bin­dung mit der Tat­sa­che, dass es kei­ne gesetz­li­chen Rege­lun­gen gebe, die sein Siche­rungs­be­dürf­nis aus­rei­chend erfüll­ten. Die Kos­ten­be­las­tung für den Bau­herrn fal­le im Rah­men der übli­chen Finan­zie­rungs­kos­ten nicht ent­schei­dend ins Gewicht. Die abzu­si­chern­den Risi­ken sei­en dage­gen für den Fer­tig­haus­an­bie­ter nicht unwe­sent­lich.


Eine unan­ge­mes­se­ne Benach­tei­li­gung sei auch nicht gemäß § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB indi­ziert. Die Ver­pflich­tung zur Vor­la­ge einer Bürg­schaft zur Absi­che­rung aller sich aus dem Ver­trag erge­be­nen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen des Bau­herrn wei­che nicht von der gesetz­li­chen Rege­lung des § 648 a BGB ab. Die­se Vor­schrift betref­fe aus­schließ­lich ein Sicher­heits­ver­lan­gen des Unter­neh­mers nach Ver­trags­schluss; aus ihr kön­ne man nichts für die Zuläs­sig­keit einer Sicher­hei­ten­ver­ein­ba­rung bei Ver­trags­schluss ent­neh­men. 


Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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