(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben eine Ent­schei­dung zur Umla­ge­fä­hig­keit von Reno­vie­rungs­kos­ten getrof­fen, die infol­ge von Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men in einer Miet­woh­nung ent­ste­hen.


Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 30. März 2011 – VIII ZR 173/10.


Die Beklag­ten sind Mie­ter einer Woh­nung in einem Mehr­fa­mi­li­en­haus der Klä­ge­rin in Gör­litz. Im Janu­ar 2007 kün­dig­te die Klä­ge­rin schrift­lich den Ein­bau von Was­ser­zäh­lern und eine dar­auf gestütz­te Miet­erhö­hung um 2,28 € monat­lich an. Die Beklag­ten teil­ten der Klä­ge­rin dar­auf­hin mit, dass der Ein­bau erst dann gedul­det wer­de, wenn die Klä­ge­rin einen Vor­schuss für die hier­durch erfor­der­lich wer­den­de Neu­ta­pe­zie­rung der Küche zah­le. Die­ser For­de­rung kam die Klä­ge­rin nach, erklär­te jedoch, dass es sich auch inso­weit um umla­ge­fä­hi­ge Moder­ni­sie­rungs­kos­ten han­de­le, wes­we­gen die Miet­erhö­hung ent­spre­chend höher aus­fal­len wer­de. Nach Ein­bau des Was­ser­zäh­lers leg­te die Klä­ge­rin die Gesamt­kos­ten gemäß § 559 Abs. 1 BGB um, wor­aus sich ein monat­li­cher Erhö­hungs­be­trag von 2,79 € ergab. Den auf den Tape­zie­rungs­kos­ten­vor­schuss ent­fal­len­den Teil­be­trag von jeweils 1,32 € zahl­ten die Beklag­ten 24 Mona­te nicht. Das Amts­ge­richt hat der auf Zah­lung von 31,68 € nebst Zin­sen und Erstat­tung von Rechts­an­walts­kos­ten gerich­te­ten Kla­ge statt­ge­ge­ben. Auf die Beru­fung der Beklag­ten hat das Land­ge­richt die Kla­ge abge­wie­sen.


Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on der Klä­ge­rin hat­te Erfolg, so Klar­mann.


Der unter ande­rem für das Wohn­raum­miet­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass der Ver­mie­ter die Kos­ten für Reno­vie­rungs­ar­bei­ten, die infol­ge von Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men erfor­der­lich wer­den, gemäß § 559 Abs. 1 BGB auf die Mie­ter umle­gen darf. Dies gilt auch dann, wenn die Kos­ten nicht durch Beauf­tra­gung eines Hand­wer­kers sei­tens des Ver­mie­ters ent­stan­den sind, son­dern dadurch, dass der Mie­ter ent­spre­chen­de Arbei­ten selbst vor­nimmt und sich die Auf­wen­dun­gen nach § 554 Abs. 4 BGB vom Ver­mie­ter erstat­ten lässt.


Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.


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