(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat sich soeben in einer Ent­schei­dung mit der Fra­ge befasst, in wel­cher Frist kauf­recht­li­che Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che aus der Lie­fe­rung man­gel­haf­ter Tei­le einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge ver­jäh­ren.


Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 9.10.2013 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. VIII ZR 318/12.


Im April 2004 kauf­te die Klä­ge­rin von der Beklag­ten die Kom­po­nen­ten einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge. Die Beklag­te lie­fer­te die­se auf Anwei­sung der Klä­ge­rin im April 2004 direkt an einen Land­wirt aus, der sie sei­ner­seits von der Klä­ge­rin gekauft hat­te. Er mon­tier­te die Kom­po­nen­ten auf dem Dach sei­ner Scheu­ne und nahm die Anla­ge zunächst stö­rungs­frei in Betrieb. Im Win­ter 2005/2006 tra­ten infol­ge von Blitz­schlag und hoher Schnee­last Stö­run­gen an der Anla­ge auf, die der Land­wirt sei­ner Gebäu­de­ver­si­che­rung mel­de­te. Deren Sach­ver­stän­di­ger stell­te an eini­gen Pho­to­vol­ta­ik-Modu­len Sach­män­gel (soge­nann­te “Dela­mi­na­tio­nen”) fest, wor­über die Klä­ge­rin die Beklag­te im August 2006 infor­mier­te. Die Beklag­te wies die Män­gel zurück. Im Rah­men eines von dem Land­wirt gegen­über der Klä­ge­rin ein­ge­lei­te­ten selb­stän­di­gen Beweis­ver­fah­rens, in dem die Klä­ge­rin der Beklag­ten im August 2007 den Streit ver­kün­de­te, wur­de ein wei­te­rer Man­gel (lücken­haf­te Front­kon­tak­tie­run­gen) fest­ge­stellt, wegen dem die Klä­ge­rin in einem anschlie­ßen­den Pro­zess gegen­über dem Land­wirt zum Scha­dens­er­satz ver­ur­teilt wur­de.


Mit ihrer Kla­ge begehrt die Klä­ge­rin von der Beklag­ten die Frei­stel­lung von die­ser Scha­dens­er­satz­ver­pflich­tung. Die Beklag­te hat die Ein­re­de der Ver­jäh­rung erho­ben. Das Land­ge­richt hat der Kla­ge über­wie­gend statt­ge­ge­ben. Das Ober­lan­des­ge­richt hat die Beru­fung der Beklag­ten zurück­ge­wie­sen.


Die vom Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­se­ne Revi­si­on der Beklag­ten hat­te Erfolg. Der unter ande­rem für das Kauf­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass die gel­tend gemach­ten Ansprü­che nicht in fünf Jah­ren (§ 438 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b BGB), son­dern in zwei Jah­ren (§ 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB) ver­jäh­ren. Die gelie­fer­ten Ein­zel­tei­le der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge wur­den nicht ent­spre­chend ihrer übli­chen Ver­wen­dungs­wei­se für ein Bau­werk ver­wen­det. Die auf dem Dach der Scheu­ne errich­te­te Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge ist selbst kein Bau­werk im Sin­ne des Geset­zes. Bau­werk ist allein die Scheu­ne, auf deren Dach die Anla­ge mon­tiert wur­de. Für die Scheu­ne sind die Solar­mo­du­le jedoch nicht ver­wen­det wor­den. Sie waren weder Gegen­stand von Erneue­rungs- oder Umbau­ar­bei­ten an der Scheu­ne, noch sind sie für deren Kon­struk­ti­on, Bestand, Erhal­tung oder Benutz­bar­keit von Bedeu­tung. Viel­mehr dient die Anla­ge eige­nen Zwe­cken; denn sie soll Strom erzeu­gen und dem Käu­fer dadurch eine zusätz­li­che Ein­nah­me­quel­le (Ein­spei­se­ver­gü­tung) ver­schaf­fen. Damit greift die von der Beklag­ten erho­be­ne Ver­jäh­rungs­ein­re­de durch.


Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

 

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