(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben ent­schie­den, dass Grund­stücks­ei­gen­tü­mer, die zugleich Strom­an­schluss­neh­mer sind, die der Ver­sor­gung von Stra­ßen­an­lie­gern die­nen­de Ver­le­gung von Strom­lei­tun­gen auf ihrem Grund­stück grund­sätz­lich dul­den müs­sen und das Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men nicht dar­auf ver­wei­sen kön­nen, vor­ran­gig öffent­li­ches Grund­ei­gen­tum (den Stra­ßen­raum) in Anspruch zu neh­men.

Dies, so der Reck­ling­häu­ser Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht sowie für Bau- und Archi­tek­ten­recht Edu­ard Disch­ke von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ergibt sich aus einem Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 28. April 2010 – VIII ZR 223/09.


Die Klä­ger sind Eigen­tü­mer eines Grund­stücks, das von der Beklag­ten, dem ört­li­chen Strom­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men, mit Elek­tri­zi­tät ver­sorgt wird. Die Strom­ver­sor­gungs­lei­tun­gen wur­den im Jahr 2003 ver­legt. Das für die Ver­sor­gung der Stra­ßen­an­lie­ger mit Elek­tri­zi­tät erfor­der­li­che Kabel wur­de nicht im Stra­ßen­kör­per, son­dern auf einer Län­ge von rund 20 Metern unmit­tel­bar neben der Stra­ße in einem bereits zum Grund­stück der Klä­ger gehö­ren­den Grund­stücks­strei­fen ver­legt. Die Klä­ger ver­lan­gen die Ent­fer­nung der Lei­tung von ihrem Grund­stück. In den Vor­in­stan­zen ist die Kla­ge abge­wie­sen wor­den.


Auch die dage­gen gerich­te­te Revi­si­on der Klä­ger hat­te kei­nen Erfolg, betont Disch­ke.


Der VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass die Klä­ger als Grund­stücks­ei­gen­tü­mer nicht die Ent­fer­nung der Lei­tun­gen ver­lan­gen kön­nen. Ein sol­cher Anspruch ist gemäß § 1004 Abs. 2 BGB aus­ge­schlos­sen, weil die Klä­ger als Strom­an­schluss­neh­mer, die Grund­stücks­ei­gen­tü­mer sind, nach § 8 Abs. 1 Satz 1 und 2 AVBEltV ver­pflich­tet waren, die Ver­le­gung der Lei­tun­gen unent­gelt­lich zuzu­las­sen. Ist – wie im ent­schie­de­nen Fall – die Inan­spruch­nah­me von pri­va­tem und öffent­li­chem Grund­ei­gen­tum für eine Ver­le­gung von Elek­tri­zi­täts­lei­tun­gen gleich­wer­tig mög­lich, ist das Aus­wahler­mes­sen des Strom­ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens nicht dahin ein­ge­schränkt, dass es öffent­li­ches Grund­ei­gen­tum vor­ran­gig in Anspruch zu neh­men hat. Auch aus etwai­gen Ansprü­chen des Ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens auf Gestat­tung einer Lei­tungs­ver­le­gung im Stra­ßen­raum folgt nicht, dass die hier gewähl­te Inan­spruch­nah­me des Grund­stücks der Klä­ger ermes­sens­feh­ler­haft war.


Disch­ke mahn­te, dies zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen dazu u. a. auch auf die auf Ver­wal­tungs­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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