(Kiel) Der unter ande­rem für das Wett­be­werbs­recht zustän­di­ge I. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat am 14. April 2011 ent­schie­den, dass die nähe­ren Anga­ben, die bei einem Ver­brauchs­gü­ter­kauf in der Garan­tie­er­klä­rung ent­hal­ten sein müs­sen, nicht not­wen­dig schon in der Wer­bung mit der Garan­tie auf­ge­führt wer­den müs­sen.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Mit­glied in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 19.04.2011, Az.: I ZR 133/09.

In dem Fall han­deln die Par­tei­en mit Tin­ten­pa­tro­nen und Toner­kar­tu­schen für Com­pu­ter­dru­cker, die sie über das Inter­net im Wege des Ver­sand­han­dels ver­trei­ben. Der Beklag­te bot auf sei­ner Inter­net­sei­te Dru­cker­pa­tro­nen mit dem Ver­spre­chen an, “3 Jah­re Garan­tie” zu gewäh­ren. Die Klä­ge­rin hat es als wett­be­werbs­wid­rig bean­stan­det, dass der Beklag­te in der Wer­bung nicht ange­ge­ben hat, wie sich die Bedin­gun­gen des Ein­tritts des Garan­tie­falls dar­stel­len und unter wel­chen Umstän­den der Ver­brau­cher die Garan­tie in Anspruch neh­men kann. Das Land­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Das Beru­fungs­ge­richt hat den Beklag­ten ver­ur­teilt, es zu unter­las­sen, mit Garan­ti­en zu wer­ben, ohne den Ver­brau­cher ord­nungs­ge­mäß auf sei­ne gesetz­li­chen Rech­te hin­zu­wei­sen.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat das Beru­fungs­ur­teil auf­ge­ho­ben und das land­ge­richt­li­che Urteil wie­der­her­ge­stell, so Dr. Ise­le.

Gemäß § 477 Abs. 1 Satz 2 BGB muss eine Garan­tie­er­klä­rung den Hin­weis auf die gesetz­li­chen Rech­te des Ver­brau­chers sowie dar­auf ent­hal­ten, dass die­se Rech­te durch die Garan­tie nicht ein­ge­schränkt wer­den. Fer­ner muss die Erklä­rung den Inhalt der Garan­tie und alle wesent­li­chen Anga­ben nen­nen, die für deren Gel­tend­ma­chung erfor­der­lich sind. Unter eine Garan­tie­er­klä­rung fällt nur eine Wil­lens­er­klä­rung, die zum Abschluss eines Kauf­ver­tra­ges oder eines eigen­stän­di­gen Garan­tie­ver­tra­ges führt, nicht dage­gen die Wer­bung, die den Ver­brau­cher ledig­lich zur Waren­be­stel­lung auf­for­dert und in die­sem Zusam­men­hang eine Garan­tie ankün­digt, ohne sie bereits rechts­ver­bind­lich zu ver­spre­chen. Die inso­weit ein­deu­ti­ge Bestim­mung des deut­schen Rechts setzt frei­lich nur die euro­päi­sche Richt­li­nie 1999/44/EG über den Ver­brauchs­gü­ter­kauf um, die in die­sem Zusam­men­hang — im Wort­laut mehr­deu­tig — davon spricht, dass “die Garan­tie” die frag­li­chen Infor­ma­tio­nen ent­hal­ten müs­se. Der Bun­des­ge­richts­hof hat es indes­sen als unzwei­fel­haft ange­se­hen, dass auch damit ledig­lich die Garan­tie­er­klä­rung und nicht die Wer­bung mit der Garan­tie gemeint ist.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, die­se Ent­schei­dung zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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