(Kiel) Der für das Ver­si­che­rungs­ver­trags­recht zustän­di­ge IV. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass die Wirk­sam­keit der Kün­di­gung eines Krank­heits­kos­ten- ver­si­che­rungs­ver­tra­ges durch den Ver­si­che­rungs­neh­mer für einen voll­jäh­ri­gen, von ihm nicht gesetz­lich ver­tre­te­nen Mit­ver­si­cher­ten gemäß §( 205 Abs. 6 Satz 1 Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­setz (VVG) nicht den Nach­weis einer naht­lo­sen Anschluss­ver­si­che­rung für den Mit­ver­si­cher­ten vor­aus­setzt..

 

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 18.12.2013 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az.: IV ZR 140/13.

 

Der Klä­ger unter­hielt bei der Beklag­ten einen Krank­heits­kos­ten- ver­si­che­rungs­ver­trag, in den zunächst auch sein 1991 gebo­re­ner Sohn als Mit­ver­si­cher­ter ein­be­zo­gen war. Im Novem­ber 2011 teil­te die Beklag­te dem Klä­ger wegen der Umstu­fung des Soh­nes auf den Erwach­se­nen­ta­rif zum 1. Janu­ar 2012 eine Erhö­hung der Bei­trä­ge von 180,58 € auf 397,91 € mit. Der Klä­ger kün­dig­te dar­auf­hin die Mit­ver­si­che­rung sei­nes Soh­nes zum 31. Dezem­ber 2011. Die Beklag­te unter­rich­te­te den Klä­ger dar­über, die Kün­di­gung wer­de erst wirk­sam, wenn er den Nach­weis einer Anschluss­ver­si­che­rung sei­nes Soh­nes erbrin­ge. Der Klä­ger for­der­te dar­auf­hin sei­nen Sohn auf, selbst für einen Kran­ken­ver­si­che­rungs­schutz zu sor­gen, wobei er sich zu einer Kos­ten­über­nah­me bereit erklär­te. Der Sohn kün­dig­te zunächst an, er wer­de sich um eine ent­spre­chen­de Ver­si­che­rung bemü­hen. Tat­säch­lich schloss er in der Fol­ge­zeit weder einen neu­en Kran­ken­ver­si­che­rungs­ver­trag noch erklär­te er die Fort­set­zung des bis­he­ri­gen Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­ses bei der Beklag­ten im eige­nen Namen.

 

Der Klä­ger hat die Beklag­te auf Fest­stel­lung in Anspruch genom­men, dass die Mit­ver­si­che­rung für sei­nen Sohn zum 31. Dezem­ber 2011 erlo­schen ist. Das Land­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Das Ober­lan­des­ge­richt hat ihr auf die Beru­fung des Klä­gers statt­ge­ge­ben. Mit der Revi­si­on ver­folgt die Beklag­te ihr Klag­ab­wei­sungs­be­geh­ren wei­ter.

 

Mit dem heu­ti­gen Urteil hat der Bun­des­ge­richts­hof die Revi­si­on der Beklag­ten zurück­ge­wie­sen, so Kroll.

 

Zur Begrün­dung hat er aus­ge­führt, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer im Fal­le der Kün­di­gung eines Krank­heits­kos­ten- ver­si­che­rungs­ver­tra­ges, der eine Ver­si­che­rungs­pflicht nach § 193 Abs. 3 Satz 1 VVG erfüllt, für einen voll­jäh­ri­gen Mit­ver­si­cher­ten nicht den Nach­weis einer naht­lo­sen Anschluss­ver­si­che­rung für die­sen zu füh­ren hat. Durch § 205 Abs. 6 Satz 1 VVG soll für den Ver­si­cher­ten ein naht­los angren­zen­der Ver­si­che­rungs­schutz ermög­licht wer­den. Die­ses Ziel wird durch § 207 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. Abs. 1 VVG erreicht. Hier­nach ist die ver­si­cher­te Per­son, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis ins­ge­samt oder für ein­zel­ne ver­si­cher­te Per­so­nen kün­digt, berech­tigt, bin­nen zwei Mona­ten die Fort­set­zung des Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­ses im eige­nen Namen zu erklä­ren. Um die­ses Fort­set­zungs­recht zu gewähr­leis­ten, bestimmt § 207 Abs. 2 Satz 2 VVG, dass die Kün­di­gung nur wirk­sam wird, wenn die ver­si­cher­te Per­son von der Kün­di­gungs­er­klä­rung Kennt­nis erlangt hat. Durch die­se Fort­set­zung genügt der Mit­ver­si­cher­te zugleich sei­ner ihn tref­fen­den Ver­pflich­tung aus § 193 Abs. 3 Satz 1 VVG. Dem­ge­gen­über ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer selbst nicht in der Lage, ohne Voll­macht des voll­jäh­ri­gen Mit­ver­si­cher­ten für die­sen eine Anschluss­ver­si­che­rung i.S. des § 205 Abs. 6 Satz 1 VVG abzu­schlie­ßen.

 

Kroll riet, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er  dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

 

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

 

Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.

Rechtsanwalt/Master of Insuran­ce Law

Fach­an­walt für Arbeitsrecht/Fachanwalt für Ver­si­che­rungs­recht

Lei­ter des Fach­aus­schus­ses XIV „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“

der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V.

 

c/o. Dr. Nietsch & Kroll Rechts­an­wäl­te

Oster­bek­stras­se 90b

22083 Ham­burg

Tel.:  +4940–238569 — 0

Fax: +4940–238569 — 10

Mail: kroll@nkr-hamburg.de

Inter­net: www.nkr-hamburg.de