(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat am 04.05.2011 eine Ent­schei­dung zur Zuläs­sig­keit einer Zah­lungs­kla­ge auf zukünf­ti­ge Leis­tung für den Fall getrof­fen, dass der Mie­ter in erheb­li­chem Umfang sei­ner Zah­lungs­pflicht aus dem Miet­ver­hält­nis nicht nach­ge­kom­men ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 4. Mai 2011 – VIII ZR 146/10.

Die Beklag­ten sind Mie­ter einer Woh­nung der Klä­ger in Han­no­ver. Sie zahl­ten in den Mona­ten Dezem­ber 2006, Okto­ber 2007 und Sep­tem­ber 2008 kei­ne Mie­te. Die Rechts­vor­gän­ge­rin der Klä­ger erklär­te des­we­gen mit Schrei­ben vom 17. Novem­ber 2008 ohne vor­he­ri­ge Abmah­nung die außer­or­dent­li­che Kün­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses. Mit der Kla­ge haben die Klä­ger die Beklag­ten unter ande­rem auf Räu­mung der Woh­nung und zukünf­ti­ge monat­li­che Zah­lung einer Nut­zungs­ent­schä­di­gung bis zur erfolg­ten Räu­mung in Anspruch genom­men. In der Kla­ge­schrift wur­de – gestützt unter ande­rem auf zwi­schen­zeit­lich auf­ge­lau­fe­ne Miet­rück­stän­de für Dezem­ber 2008 und Janu­ar 2009 – erneut die außer­or­dent­li­che Kün­di­gung erklärt. Das Amts­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Auf die Beru­fung der Beklag­ten hat das Land­ge­richt die Kla­ge in Bezug auf die genann­ten Punk­te abge­wie­sen, im Hin­blick auf die zukünf­ti­ge Zah­lung als unzu­läs­sig.

Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on der Klä­ger hat­te Erfolg, so Klar­mann.

Der unter ande­rem für das Wohn­raum­miet­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass den Klä­gern jeden­falls bei der in ihrer Kla­ge­schrift aus­ge­spro­che­nen zwei­ten Kün­di­gung ein Kün­di­gungs­recht nach § 543 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 Nr. 3b BGB zustand, da sich die Beklag­ten zu die­sem Zeit­punkt mit der Mie­te für Dezem­ber 2008 und Janu­ar 2009 in Ver­zug befan­den. Es kann daher dahin­ste­hen, ob der Ver­mie­ter den Mie­ter bei län­ger zurück­lie­gen­den Miet­rück­stän­den vor einer Kün­di­gung aus­nahms­wei­se abmah­nen muss. Der auf die zukünf­ti­ge Leis­tung gerich­te­te Zah­lungs­an­trag der Klä­ger ist zuläs­sig und begrün­det, weil ange­sichts der bereits ent­stan­de­nen Miet­rück­stän­de, die den Betrag von einer Monats­mie­te mehr­fach über­stei­gen, die Besorg­nis besteht, dass die Beklag­ten die berech­tig­ten For­de­run­gen der Klä­ger nicht erfül­len wer­den. Es ist nicht erfor­der­lich, dass der Schuld­ner die For­de­rung des Gläu­bi­gers ernst­haft bestrei­tet oder die Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Schuld­ners fest­steht.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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