(Kiel) Der unter ande­rem für das Wett­be­werbs­recht zustän­di­ge I. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat über die Zuläs­sig­keit eines Domain­na­mens ent­schie­den, der bewusst in einer feh­ler­haf­ten Schreib­wei­se eines bereits regis­trier­ten Domain­na­mens ange­mel­det ist.


Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 22.01.2014 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. I ZR 164/12 — wetteronline.de.


Die Klä­ge­rin betreibt unter dem Domain­na­men “www.wetteronline.de” im Inter­net einen Wet­ter­dienst. Der Beklag­te ist Inha­ber des Domain­na­mens “wetteronlin.de”. Nut­zer, die durch einen Tipp­feh­ler auf die Inter­net­sei­te des Beklag­ten gelan­gen, wer­den von dort auf eine Inter­net­sei­te wei­ter­ge­lei­tet, auf der für pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­run­gen gewor­ben wird. Für jeden Auf­ruf die­ser Inter­net­sei­te erhält der Beklag­te ein Ent­gelt. Die Klä­ge­rin hat gel­tend gemacht, sie wer­de dadurch, dass der Beklag­te Inter­es­sen­ten, die auf ihre Sei­te gelan­gen woll­ten, auf eine ande­re Inter­net­sei­te umlei­te, in unlau­te­rer Wei­se behin­dert und zugleich wer­de ihr Namens­recht ver­letzt. Sie hat den Beklag­ten daher auf Unter­las­sung der Benut­zung und Ein­wil­li­gung in die Löschung des Domain­na­mens “www.wetteronlin.de” sowie auf Aus­kunfts­er­tei­lung in Anspruch genom­men und die Fest­stel­lung der Scha­dens­er­satz­pflicht begehrt.


Das Land­ge­richt hat den Beklag­ten im Wesent­li­chen antrags­ge­mäß ver­ur­teilt. Die Beru­fung des Beklag­ten hat­te kei­nen Erfolg. Das Beru­fungs­ge­richt hat ange­nom­men, die gel­tend gemach­ten Ansprü­che bestün­den sowohl unter dem Gesichts­punkt einer wett­be­werbs­wid­ri­gen Behin­de­rung als auch wegen Ver­let­zung des Namens­rechts der Klä­ge­rin.


Auf die Revi­si­on des Beklag­ten hat der Bun­des­ge­richts­hof das Beru­fungs­ur­teil auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen, soweit die Kla­ge­an­trä­ge auf die Ver­let­zung des Namens­rechts gestützt waren. Der Bun­des­ge­richts­hof hat eine für den Namens­schutz erfor­der­li­che namens­mä­ßi­ge Unter­schei­dungs­kraft der Bezeich­nung “wet­te­ron­line” ver­neint, weil es sich um einen rein beschrei­ben­den Begriff han­delt. Mit “wet­te­ron­line” wird der Geschäfts­ge­gen­stand der Klä­ge­rin bezeich­net, “online” Infor­ma­tio­nen und Dienst­leis­tun­gen zum The­ma “Wet­ter” anzu­bie­ten.


Dage­gen hat der Bun­des­ge­richts­hof ange­nom­men, dass die kon­kre­te Benut­zung der “Tipp­feh­ler-Domain” unter dem Gesichts­punkt des Abfan­gens von Kun­den gegen das Ver­bot unlau­te­rer Behin­de­rung gemäß § 4 Nr. 10 UWG ver­stößt, wenn der Nut­zer auf der sich öff­nen­den Inter­net­sei­te nicht sogleich und unüber­seh­bar auf den Umstand hin­ge­wie­sen wird, dass er sich nicht auf der Sei­te “wetteronline.de” befin­det. Den auf eine unlau­te­re Behin­de­rung gestütz­ten Antrag auf Ein­wil­li­gung in die Löschung des Domain­na­mens “wetteronlin.de” hat der Bun­des­ge­richts­hof abge­wie­sen, weil eine recht­lich zuläs­si­ge Nut­zung denk­bar ist und die blo­ße Regis­trie­rung des Domain­na­mens die Klä­ge­rin nicht unlau­ter behin­dert.


Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.


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