(Kiel) Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat am 30.06.2009  ent­schie­den, dass eine Kran­ken­kas­se auch bei Zahn­ersatz im Aus­land nicht ver­pflich­tet ist, dafür den gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Fest­zu­schuss zu zah­len, wenn es an der erfor­der­li­chen vor­he­ri­gen Geneh­mi­gung eines Heil- und Kos­ten­plans fehlt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts vom 30.06.2009, Az.:  B 1 KR 19/08 R.


Die beklag­te AOK geneh­mig­te der bei ihr ver­si­cher­ten Klä­ge­rin im Juli 2004 eine zahn­pro­the­ti­sche Ver­sor­gung gemäß dem Heil- und Kos­ten­plan eines Vertragszahn¬arztes. Die Klä­ge­rin ließ sich aller­dings nicht auf die­ser Grund­la­ge behan­deln, son­dern begab sich erst im März 2006 zur Zahn¬ersatzversorgung nach Tsche­chi­en. Die Beklag­te erhielt ca. zwei Wochen spä­ter die — zugleich als “Kos­ten­vor­anschlag” bezeich­ne­te — Rech­nung eines tsche­chi­schen Zahn­arz­tes über eine Zahnersatz¬versorgung mit Kos­ten von 1.810 Euro. Die AOK lehn­te es ab, dafür den gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Fest­zu­schuss zu zah­len, weil es an der erfor­der­li­chen vor­he­ri­gen Geneh­mi­gung eines Heil- und Kos­ten­plans feh­le. Kla­ge und Beru­fung der Klä­ge­rin sind ohne Erfolg geblie­ben.


Zu Recht, wie der 1. Senat des Bun­des­so­zi­al­ge­richts nun am 30. Juni 2009 ent­schie­den hat, betont Klar­mann.


 Auch bei Zahn­ersatz­ver­sor­gung im Aus­land ist eine vor­he­ri­ge Geneh­mi­gung des Heil- und Kos­ten­plans er¬forderlich. Dar­an fehl­te es der Klä­ge­rin. Das Erfor­der­nis vor­he­ri­ger Geneh­mi­gung einer zahn¬prothetischen Behand­lung durch die Kran­ken­kas­se gilt nicht nur für eine Behand­lung im Inland, son­dern auch in ande­ren EG-Mitglied¬staaten. Das ver­stößt nicht gegen Euro­pa­recht. Das ein­heit­lich gel­ten­de Geneh­mi­gungs­er­for­der­nis beein­träch­tigt die euro­pa­recht­li­che (pas­si­ve) Dienstleistungs¬freiheit nicht, soweit   wie hier   Leis­tungs­er­brin­ger in ande­ren EG-Mit­glied­staa­ten weder unmit­tel­bar noch mit­tel­bar dis­kri­mi­niert wer­den. Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten muss­te nicht ange­ru­fen wer­den, da die­se Fra­ge durch sei­ne Recht­spre­chung bereits geklärt ist. Die Klä­ge­rin konn­te sich auf den alten, ca. 1 ½ Jah­re vor Behand­lungs­be­ginn geneh­mig­ten Heil- und Kos­ten­plan nicht mehr beru­fen. Die Geneh­mi­gung eines Heil- und Kos­ten­plans ver­liert gemäß den Bestim­mun­gen des Bun­des­man­tel­ver­tra­ges-Zahn­ärz­te nach Ablauf von sechs Mona­ten ihre recht­li­che Wir­kung. 


Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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