(Kiel) Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat soeben ent­schie­den, dass ein poten­ti­ell in die Hand­werks­rol­le ein­zu­tra­gen­der Gewer­be­trei­ben­der gegen­über der Hand­werks­kam­mer zwar dann nicht aus­kunfts­pflich­tig ist, wenn die per­sön­li­chen oder sach­li­chen Ein­tra­gungs­vor­aus­set­zun­gen zwei­fels­frei nicht erfüllt sind. Ist dies jedoch zwei­fel­haft, ist er zur Aus­kunft ver­pflich­tet.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb‑, Steu­er sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert  Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts (BVerwG) vom 15.12.2010 — BVerwG 8 C 49.09.

Der Klä­ger, ein Ein­zel­un­ter­neh­mer, wur­de im Mai 2007 von der beklag­ten Hand­werks­kam­mer dar­auf hin­ge­wie­sen, nach ihren Erkennt­nis­sen betä­ti­ge er sich im Zwei­rad­me­cha­ni­ker­hand­werk und sei damit in die Hand­werks­rol­le ein­zu­tra­gen. Zu dem ihm über­sand­ten Fra­ge­bo­gen gab der Klä­ger an, dass er die per­sön­li­chen Vor­aus­set­zun­gen zur Ein­tra­gung in die Hand­werks­rol­le nicht erfül­le und zu kei­nen Aus­künf­ten ver­pflich­tet sei. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat sei­ner Kla­ge gegen das Aus­kunfts­be­geh­ren der Beklag­ten statt­ge­ge­ben. Auf die Beru­fung der Beklag­ten hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt das erst­in­stanz­li­che Urteil auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen. Die Revi­si­on des Klä­gers ist erfolg­los geblie­ben, so Dr. Gie­se­ler.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat zur Begrün­dung sei­ner Ent­schei­dung dar­auf abge­stellt, dass das Aus­kunfts­recht der Hand­werks­kam­mer aus­schließ­lich dem Zweck dient, die Hand­werks­rol­le ord­nungs­ge­mäß zu füh­ren. Die Prü­fung der Ein­tra­gungs­vor­aus­set­zun­gen hat des­halb unter der Fra­ge­stel­lung zu erfol­gen, ob ein Gewer­be­trei­ben­der tat­säch­lich in die Hand­werks­rol­le ein­zu­tra­gen ist. Kei­ne Aus­kunfts­pflicht besteht dem­zu­fol­ge für Gewer­be­trei­ben­de, bei denen bereits zwei­fels­frei fest­steht, dass sie die per­sön­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für eine Ein­tra­gung in die Hand­werks­rol­le nicht erfül­len; denn in die­sem Fall kann der vom Gesetz ver­folg­te Zweck zur ord­nungs­ge­mä­ßen Füh­rung der Hand­werks­rol­le nicht erreicht wer­den. Hier hat­te der Klä­ger jedoch kei­ne Tat­sa­chen mit­ge­teilt, nach denen eine Ein­tra­gung zwei­fels­frei aus­schied. Er hat­te nur pau­schal dar­auf hin­ge­wie­sen, dass er die per­sön­li­chen Vor­aus­set­zun­gen nicht erfül­le. Das reicht nicht aus, weil die­se recht­li­che Prü­fung der Hand­werks­kam­mer obliegt.

Gie­se­ler mahn­te, dies beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen dazu u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de

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