(Kiel)  Der 2a. Kar­tell­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf (OLG) hat am 26. Juni 2009 gegen fünf inlän­di­sche Zement­her­stel­ler Geld­bu­ßen von ins­ge­samt knapp 330 Mio. Euro ver­hängt.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Steu­er­fach­an­walt Dr. Nor­bert  Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des OLG Düs­sel­dorf vom 29.06.2009  zum Urteil vom 26.06.2009, Az.: VI-Kart 1 — 9/07.


Das Bun­des­kar­tell­amt hat­te den Zement­her­stel­lern vor­ge­wor­fen, auf dem deut­schen Markt für Grau­zement in den Ver­triebs­re­gio­nen Nord‑, Ost‑, West- und Süd­deutsch­land flä­chen­de­ckend vor­nehm­lich in den 1990er Jah­ren mit jeweils unter­schied­li­cher Betei­li­gung Absatz­quo­ten und Markt­an­tei­le ver­ein­bart zu haben. Wei­te­re Vor­wür­fe betra­fen die kar­tell­rechts­wid­ri­ge Rück­füh­rung von Ost­im­por­ten und den Auf­kauf von Impor­teu­ren sowie den Auf­kauf und die Schlie­ßung klei­ne­rer Zemen­tan­bie­ter, zumeist Mahl­wer­ke, um aktu­el­len oder poten­ti­el­len Wett­be­werb zu ver­mei­den. Alle Unter­neh­men hat­ten im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren gegen­über dem Bun­des­kar­tell­amt ihre Bereit­schaft zur Koope­ra­ti­on bei der Auf­de­ckung der Kar­tel­le ange­zeigt, dann aber gegen die Buß­geld­be­schei­de Ein­spruch ein­ge­legt. Im gericht­li­chen Buß­geld­ver­fah­ren nah­men sie ihre Ein­sprü­che wegen klei­ne­rer Vor­wür­fe zurück, um wegen der all­ge­mei­nen Quo­ten­kar­tel­le die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens aus Rechts­grün­den zu erwir­ken. Zusätz­lich nah­men eini­ge ihrer frü­he­ren Vor­stän­de ihre Ein­sprü­che zurück und sag­ten sodann als Zeu­gen aus. Alle Unter­neh­men bestrit­ten, einen kar­tell­be­ding­ten Mehr­erlös erlangt zu haben.
Der Senat des OLG hat seit dem 11.12.2008 an 36 Ver­hand­lungs­ta­gen rund 40 Zeu­gen ver­nom­men und zur Schät­zung des Mehr­erlö­ses ein Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ein­ge­holt, so Gie­se­ler.


Die Beweis­auf­nah­me hat die vom Bun­des­kar­tell­amt erho­be­nen Kar­tell­vor­wür­fe ganz über­wie­gend bestä­tigt. Im März 1990 hat­ten die im Prä­si­di­um des Bun­des­ver­ban­des der Deut­schen Zement­in­dus­trie (BDZ) ver­tre­te­nen Her­stel­ler beschlos­sen, auf wirk­sa­men Wett­be­werb zu ver­zich­ten, um befürch­te­te „rui­nö­se“ Preis­ab­sen­kun­gen zu ver­mei­den. Der Beschluss wur­de in den Ver­triebs­re­gio­nen von den meis­ten Zement­her­stel­lern vor allem durch Markt­an­teils- und Absatz­quo­ten­ver­ein­ba­run­gen eta­bliert und prak­ti­ziert.
Der Senat hat im Rah­men der Schät­zung des Mehr­erlö­ses, der für die Buß­geld­hö­he von Bedeu­tung war, wegen ver­blie­be­ner Daten­lü­cken Sicher­heits­ab­schlä­ge vor­ge­nom­men. Im Ergeb­nis hat er gegen die fünf Her­stel­ler Geld­bu­ßen in Höhe von 14,6 Mio., 24 Mio., 50 Mio., 70 Mio. und 169,9 Mio. Euro fest­ge­setzt. Bei der Buß­geld­be­mes­sung hat er beson­ders berück­sich­tigt, inwie­weit die Unter­neh­men zur Auf­klä­rung der Kar­tel­le bei­getra­gen hat­ten.


Gie­se­ler mahn­te, das Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de
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