(Brühl) Soeben sind in Chi­na die Olym­pi­schen Spie­le zu Ende gegan­gen.
Über zwei Wochen stand das „Reich der Mit­te“ im Blick­punkt der Welt-
öffent­lich­keit. Auch deut­sche Unter­neh­men haben die Spie­le mit beson-
derem Inter­es­se ver­folgt – gilt Chi­na doch als einer der Wachs­tums­märk­te
welt­weit. Aber, wie sicher ist ein der­ar­ti­ges Enga­ge­ment in Chi­na? Lohnt
sich der Ein­stieg trotz allen Risi­kos auch für mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men?

Der  Stutt­gar­ter Rechts­an­walt Dr. Gün­ther Rai­ser, Chi­na-Rechts­ex­per­te und
Lan­des­re­gio­nal­lei­ter Baden-Würt­tem­berg der DASV – Deut­sche Anwalts- und
Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz
In Brühl, bejaht die­se Fra­ge und betont: Gera­de auch für mit­tel­stän­di­sche
Fir­men  bie­tet Chi­na noch ein rie­si­ges Wachs­tums­po­ten­ti­al! Wich­tig, so Rai­ser,
sei es aller­dings, dass ein Enga­ge­ment in Chi­na auf einer soli­den Vor­be­rei­tung
beruht und sich ein Inves­tor auch dar­über im Kla­ren ist, dass mit den enor­men
Chan­cen auch gewis­se Risi­ken ver­bun­den sind, die es zu begren­zen gel­te.


Lan­ge Zeit sei neben den stren­gen Restrik­tio­nen die gro­ße „Rechts­un­si­cher­heit“
In Chi­na ein gra­vie­ren­der Risi­ko­fak­tor für alle aus­län­di­schen Inves­to­ren ge-
wesen. Dies, so Rai­ser, habe sich seit dem Jahr 2001 durch Über­ar­bei­tung und
die Schaf­fung neu­er gesetz­li­cher Bestim­mun­gen, wie z. B. das Patent­ge­setz, im
Bereich des Mar­ken­schut­zes und Urhe­ber­rechts oder auch bei der „Pro­dukt-
pira­te­rie“ geän­dert, auch wenn aus­län­di­sche Inves­to­ren immer noch nicht in
dem  Mas­se abge­si­chert sei­en, wie bei­spiels­wei­se in der EU oder den USA.
Auch ken­ne das chi­ne­si­sche Rechts­sys­tem bis heu­te immer noch kei­ne „Nie­der-
las­sungs­frei­heit“.


Wer des­halb in Chi­na inves­tie­ren wol­le, so Exper­te Rai­ser, der als Part­ner der
inter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­ten Stutt­gar­ter Anwalts­fir­ma Thüm­mel, Schüt­ze &
Part­ner, schon vie­le deut­sche Fir­men bei ihrer Nie­der­las­sung in ganz Asi­en
unter­stützt hat, müs­se sich gewis­ser „Inves­ti­ti­ons­ve­hi­kel“ bedie­nen, bei-
spiels­wei­se durch Koope­ra­tio­nen oder Zusam­men­schlüs­se. Dabei stün­den
dem Inves­tor der­zeit meh­re­re Rechts­for­men für sein Enga­ge­ment zur Ver-
fügung, wie z. B. das sogen. „Equi­ty Joint Ven­ture“, das sogen. „Co-ope­ra­tiv
betrie­be­ne Joint-Ven­ture”, die “Whol­ly For­eign Owned Enter­pri­se” – eine
aus­län­di­sche kapi­ta­li­sier­te Gesell­schaft –, die Form der „AG“, also der Akti­en-
gesell­schaft , sowie das „Regio­nal Head Office“ in Shang­hai, wobei bei allen
For­men der chi­ne­si­schen Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten, ver­gleich­bar  dem deut­schen
Recht, der Grund­satz gel­te, dass die Haf­tung auf das Kapi­tal der Gesell­schaft
beschränkt ist, sodass eine „Haf­tungs­be­schrän­kung“ aus den aus­län­di­schen
Akti­vi­tä­ten gewähr­leis­tet sei.


Damit, betont Rai­ser, sei zwar immer noch kei­ne Rechts­si­cher­heit im „deut­schen
Sin­ne“ gewähr­leis­tet. Auch kom­me es lei­der immer noch viel zu häu­fig vor,
dass ursprüng­lich auf­ge­stell­te inves­ti­ti­ons- und Busi­ness­plä­ne „viel zu
opti­mis­tisch“ auf­ge­stellt waren, sodass nicht sel­ten „Kapi­tal“ nach­ge­scho­ben
wer­den müs­se. Unter dem Strich jedoch, so der Chi­na­rechts­ex­per­te, loh­ne sich
gera­de auch für mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men noch der Ein­stieg in den
chi­ne­si­schen Markt, da Absatz­chan­cen und Pro­duk­ti­ons­kos­ten dort immer
noch auf einem Niveau lägen, von dem deut­sche Unter­neh­mer „nur
träu­men“ könn­ten. Wer sein Enga­ge­ment in Chi­na soli­de und nicht zu
opti­mis­tisch pla­ne und sich gegen bestehen­de Rechts­ri­si­ken durch vor­he­ri­ge
kom­pe­ten­te Bera­tung absi­che­re, so Rai­ser, kön­ne dort der­zeit immer noch
in einen rie­si­gen Wachs­tums­markt ein­stei­gen.


Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Rechts­an­walt Dr. Gün­ther Rai­ser*
Lan­des­re­gio­nal­lei­ter Baden-Würt­tem­berg
der DASV – Deut­sche Anwalts- und Steu­er-
bera­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche
Wirt­schaft e. V.
c/o Thüm­mel, Schüt­ze  & Part­ner
Urban­str. 7
70182 Stutt­gart
Tel.: 0711 – 16670
Fax.: 0711 – 1667 – 290
Email: guenther.raiser@tsp-law.com



*Autor des Buches „Gesell­schafts­recht in der Volks­re­pu­blik Chi­na“