(Kiel) In einem vor dem Land­ge­richt Wies­ba­den geführ­ten Ver­fah­ren wegen des sei­ner­zeit von der Alli­anz bzw. der Alli­anz Glo­bal Inves­tors (nach­fol­gend Aber­de­en Kapi­tal­an­la­ge­ge­sell­schaft mbH) ver­trie­be­nen offe­nen Immo­bi­li­en­fonds „DEGI Inter­na­tio­nal” (WKN 800799) hat das Gericht ein Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ein­ge­holt zur Fra­ge der Geeig­net­heit die­ser Fonds­be­tei­li­gung zur Alters­vor­sor­ge.

Der gericht­lich bestell­te Sach­ver­stän­di­ge soll­te ins­be­son­de­re Stel­lung neh­men zu den Anga­ben der Alli­anz Glo­bal Inves­tors, ob der DEGI Inter­na­tio­nal der Risi­ko­klas­se 1 zuzu­ord­nen sei oder ob die­ser nicht erhöh­te Risi­ken auf­wies und daher bspw. als siche­re Kapi­tal­an­la­ge, ins­be­son­de­re zum Zwe­cke der Alters­vor­sor­ge unge­eig­net sei.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, der die­ses Ver­fah­ren im Auf­tra­ge eines Man­dan­ten vor dem Land­ge­richt (LG) Wies­ba­den ange­strengt hat­te.

In sei­nem Gut­ach­ten ver­weist der Sach­ver­stän­di­ge u.a. auf die durch­aus erheb­li­chen Risi­ken des Immo­bi­li­en­fonds, die sich sowohl aus dem tat­säch­li­chen Immo­bi­li­en­be­stand wie auch aus der extrem hohen regio­na­len Kon­zen­tra­ti­on auf Euro­pa und ins­be­son­de­re Frank­reich erge­ben, wie auch auf den bereits damals erheb­li­chen hohen Ver­schul­dungs­grad des Fonds von über 36 %. Wei­ter weist der Sach­ver­stän­di­ge dar­auf hin, dass auch bereits im Früh­jahr 2008 eine erhöh­te Wahr­schein­lich­keit von Rück­nah­me­aus­set­zun­gen fest­zu­stel­len war, über die poten­zi­el­le Anle­ger hät­ten infor­miert wer­den müs­sen.

Der gericht­li­che Sach­ver­stän­di­ge hat in dem nun­mehr vor­lie­gen­den Gut­ach­ten ein­drucks­voll die von Fach­an­walt Hün­lein bereits ver­tre­te­ne Rechts­auf­fas­sung bestä­tigt, wonach „es sich bei dem DEGI Inter­na­tio­nal um eine rela­tiv ris­kan­te Vari­an­te eines offe­nen Immo­bi­li­en­fonds, der – zum Erwerbs­zeit­punkt – sowohl erheb­li­che Schwankungs‑, Aus­fall­ri­si­ken und hohe Liqui­dier­bar­keits­ri­si­ken beinhal­te­te” han­delt. Wei­ter hat der Sach­ver­stän­di­ge fest­ge­stellt, dass eine Zuord­nung in die Risi­ko­klas­se 1 auch Anfang 2008 nicht sach­ge­recht bzw. ver­tret­bar war. Viel­mehr hät­te der DEGI Inter­na­tio­nal in die Risi­ko­klas­se 3 ein­ge­stuft wer­den müs­sen.

Ins­ge­samt besteht danach kein Zwei­fel mehr, dass die von ihm ver­tre­te­ne Klä­ge­rin, der die­se Fonds­be­tei­li­gun­gen aus­drück­lich zum Zwe­cke der Alters­vor­sor­ge wie u.a. auch mit der Zusi­che­rung jeder­zei­ti­ger Ver­füg­bar­keit des Anla­ge­be­tra­ges ver­kauft wor­den war, falsch bera­ten wor­den war und daher Anspruch auf Scha­dens­er­satz in Gestalt der Rück­ab­wick­lung der erwor­be­nen Fonds­be­tei­li­gung hat. Dies bedeu­tet, dass die Klä­ge­rin die erwor­be­nen Fonds­an­tei­le zurück­ge­ben kann gegen Rück­zah­lung ihres Anla­ge­be­trags ein­schließ­lich einer ange­mes­se­nen Ver­zin­sung sowie Erstat­tung aller ihr in die­sem Zusam­men­hang ent­stan­de­nen Kos­ten.

Im Ergeb­nis ist fest­zu­stel­len, dass das vor­lie­gen­de gericht­li­che Gut­ach­ten maß­geb­li­che Bedeu­tung über den Ein­zel­fall hin­aus hat und Grund­la­ge für die Gel­tend­ma­chung von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen sein kann in all den Fäl­len, in denen Betei­li­gun­gen an dem DEGI Inter­na­tio­nal als geeig­net zur Alters­vor­sor­ge und/oder mit der Zusi­che­rung jeder­zei­ti­ger Ver­füg­bar­keit der ange­leg­ten Gel­der bewor­ben und ver­kauft wur­den.

Wer annimmt, im Zusam­men­hang mit dem Erwerb sol­cher Fonds­be­tei­li­gun­gen schlecht oder gar falsch bera­ten wor­den zu sein, soll­te unbe­dingt um recht­li­chen Rat nach­su­chen emp­fiehlt Fach­an­walt Hün­lein, wozu er u. a. auch auf die auf Bank- und Kapi­tal­markt­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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