(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben ent­schie­den, dass die DENIC ver­pflich­tet ist, Domain­na­men in Fäl­len ein­deu­ti­gen Miss­brauchs löschen.

Dar­auf ver­weist der Münch­ner Rechts­an­walt Dr. Andre­as Splitt­ger­ber aus der Kanz­lei Orrick, Her­ring­ton & Sut­clif­fe LLP., Mit­glied in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 27.10.2011 zu sei­nem Urteil vom glei­chen Tage – Az.: I ZR 131/10 — regierung-oberfranken.de.

Der Klä­ger ist der Frei­staat Bay­ern, des­sen Staats­ge­biet in sie­ben Regie­rungs­be­zir­ke unter­teilt ist. Die Beklag­te ist die DENIC, eine Genos­sen­schaft, die die Domain­na­men mit dem Top-Level-Domain “.de” ver­gibt. Der Klä­ger hat fest­ge­stellt, dass unter die­ser Top-Level-Domain zuguns­ten meh­re­rer Unter­neh­men mit Sitz in Pana­ma sechs Domain­na­men regis­triert wur­den, die aus dem Wort “regie­rung” und dem Namen jeweils einer sei­ner Regie­rungs­be­zir­ke gebil­det wur­den (z.B. “regierung-oberfranken.de”). Der Klä­ger, der für sei­ne Regie­rungs­be­zir­ke ähn­li­che Domain­na­men hat regis­trie­ren las­sen (z.B. “regierung.oberfranken.bayern.de”), ver­langt von der Beklag­ten, die Regis­trie­rung die­ser Domain­na­men auf­zu­he­ben. Land­ge­richt und Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a.M. haben der Kla­ge statt­ge­ge­ben.

Nach­dem die umstrit­te­nen Domain­na­men inzwi­schen gelöscht wor­den und die­se Domain­na­men für den Klä­ger regis­triert sind, hat der Klä­ger den Rechts­streit in der Haupt­sa­che für erle­digt erklärt. Da sich die Beklag­te der Erle­di­gungs­er­klä­rung nicht ange­schlos­sen hat­te, muss­te heu­te dar­über ent­schie­den wer­den, ob die Kla­ge ursprüng­lich begrün­det war. Die­se Fra­ge hat der BGH in sei­nem heu­te ver­kün­de­ten Urteil bejaht und der Beklag­ten die Kos­ten des Rechts­streits auf­er­legt. betont Dr. Splitt­ger­ber.

Zwar tref­fen die DENIC, die die Auf­ga­ben der Regis­trie­rung der Domain­na­men ohne Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht erfüllt, nach der Ent­schei­dung “ambiente.de” des Bun­des­ge­richts­hofs (Urteil vom 17. Mai 2001 — I ZR 251/99, BGHZ 148, 13) nur ein­ge­schränk­te Prü­fungs­pflich­ten. Bei der Regis­trie­rung selbst, die in einem auto­ma­ti­sier­ten Ver­fah­ren allein nach Prio­ri­täts­ge­sichts­punk­ten erfolgt, muss kei­ner­lei Prü­fung erfol­gen. Aber auch dann, wenn die DENIC auf eine mög­li­che Rechts­ver­let­zung hin­ge­wie­sen wor­den ist, ist sie nur dann gehal­ten, die Regis­trie­rung des bean­stan­de­ten Domain­na­mens zu löschen, wenn die Rechts­ver­let­zung offen­kun­dig und für sie ohne wei­te­res fest­stell­bar ist. Die­se Vor­aus­set­zun­gen lagen im Streit­fall vor. Bei den Namen, auf deren Ver­let­zung der Klä­ger die DENIC hin­ge­wie­sen hat, han­delt es sich um offi­zi­el­le Bezeich­nun­gen der Regie­run­gen baye­ri­scher Regie­rungs­be­zir­ke. Auf­grund eines sol­chen Hin­wei­ses kann auch ein Sach­be­ar­bei­ter der DENIC, der über kei­ne namens­recht­li­chen Kennt­nis­se ver­fügt, ohne wei­te­res erken­nen, dass die­se als Domain­na­men regis­trier­ten Bezeich­nun­gen allein einer staat­li­chen Stel­le und nicht einem in Pana­ma ansäs­si­gen pri­va­ten Unter­neh­men zuste­hen.

Dr. Splitt­ger­ber emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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