(Kiel) Durch das Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz vom 30. März 2000 hat der Gesetz­ge­ber zur Beschleu­ni­gung von Ent­gelt­zah­lun­gen gere­gelt, dass der Schuld­ner einer Ent­gelt­for­de­rung auch ohne Mah­nung des Gläu­bi­gers in Ver­zug gerät, wenn er nicht inner­halb von 30 Tagen nach Fäl­lig­keit und Zugang einer Rech­nung oder gleich­wer­ti­gen Zah­lungs­auf­stel­lung ent­spre­chen­de Zah­lung leis­tet.

Die­se im Inter­es­se der Gläu­bi­ger von Ent­gelt­for­de­run­gen ste­hen­de Rege­lung, so der Saar­brü­ckener Rechts­an­walt und Fach­an­walt für Steu­er­recht Arnd Lack­ner, Mit­glied in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat der Gesetz­ge­ber nun­mehr über die Ver­schär­fung von Daten­schutz­vor­schrif­ten auf den Kopf gestellt und die Bei­trei­bung von For­de­run­gen erheb­lich erschwert.

Bereits am 1. April 2010 ist die soge­nann­te Sco­ring-Novel­le des Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz­tes in Kraft getre­ten, die gra­vie­ren­de Ein­grif­fe bei der Über­mitt­lung von Kun­den­da­ten zwecks Bei­trei­bung von For­de­run­gen beinhal­tet. Die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung betrifft alle Unter­neh­mer, die zur Bei­trei­bung ihrer offe­nen For­de­run­gen gegen pri­va­te Schuld­ner exter­ne Inkas­sodienst­leis­ter oder auch Kre­dit­ver­si­che­run­gen nut­zen. Soweit zur Über­tra­gung des Inkas­so an exter­ne Dienst­leis­ter zwin­gend die Über­mitt­lung der Kun­den­da­ten des jewei­li­gen Schuld­ners erfor­der­lich ist, dür­fen sol­che Kun­den­da­ten seit dem 1. April 2010 nur noch nach den neu­en gesetz­li­chen Rege­lun­gen erfol­gen. Ver­stö­ße gegen die neu­en Daten­schutz­vor­schrif­ten wer­den vom Gesetz mit Stra­fen belegt und kön­nen erheb­li­che Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen der betrof­fe­nen Schuld­ner zur Fol­ge haben, betont Lack­ner.

Die neu­en Vor­schrif­ten in § 28a BDSG betref­fen alle For­de­run­gen, die bei Über­tra­gung des Inkas­so an einen Drit­ten noch nicht rechts­kräf­tig fest­ge­stellt, also noch nicht titu­liert sind.

Der Pri­vat­schuld­ner sol­cher For­de­run­gen muss vor der Daten­über­mitt­lung an den Inkas­sodienst­leis­ter vom Gläu­bi­ger min­des­tens zwei­mal schrift­lich gemahnt wor­den sein. Die Daten­über­mitt­lung an den exter­nen Dienst­leis­ter darf zudem frü­hes­tens vier Wochen nach der ers­ten Mah­nung erfol­gen. Der Schuld­ner muss zudem vom Gläu­bi­ger recht­zei­tig, jedoch nicht vor der ers­ten Mah­nung, auf die bevor­ste­hen­de Über­mitt­lung sei­ner Daten hin­ge­wie­sen wor­den sein. Bestrei­tet ein Schuld­ner die bei­zu­trei­ben­de For­de­rung, darf über­haupt kei­ne (!) Daten­über­mitt­lung erfol­gen, sodass die außer­ge­richt­li­che Bei­trei­bung von For­de­run­gen nahe­zu unmög­lich wird.

Allen betrof­fe­nen Unter­neh­mern ist daher zukünf­tig ein ent­schie­de­nes Inkas­so­ma­nage­ment zu emp­feh­len, betont Lack­ner, dass die gericht­li­che Bei­trei­bung fäl­li­ger For­de­run­gen gegen­über säu­mi­gen Pri­vat­schuld­nern je nach Ein­zel­fall nicht auf die lan­ge Bank gescho­ben wer­den soll­te, um dem Para­gra­phen­dschun­gel des Daten­schut­zes zu ent­ge­hen. Da für die gericht­li­che Betrei­bung von For­de­run­gen über 5.000,00 € jedoch die Land­ge­rich­te zustän­dig sind und damit Anwalts­zwang besteht, dür­fen auch die Daten die­ser Schuld­ner nur dann zur gericht­li­chen Betrei­bung an einen Anwalt über­mit­telt wer­den, wenn die For­de­rung ansons­ten vom Schuld­ner unbe­strit­ten ist. Die Fra­ge, wie bestrit­te­ne For­de­run­gen über 5.000,00 € ohne Anwalt gericht­lich bei­ge­trie­ben wer­den sol­len, wird vom Gesetz­ge­ber lei­der – wie so oft – über­se­hen, so dass die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung völ­lig an der Pra­xis vor­bei­geht.

Rechts­an­walt Lack­ner emp­fahl, in allen der­ar­ti­gen Fäl­len Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf die in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – orga­ni­sier­ten Rechtsanwälte/ ‑innen ver­wies.

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