(Kiel) Die Arbeit­neh­mer­über­las­sung bedarf nach § 1 Abs. 1 Arbeit­neh­mer-über­las­sungs­ge­setz (AÜG) der Erlaub­nis und erfolgt vor­über­ge­hend. Eine Arbeit­neh­mer­über­las­sung ohne Erlaub­nis führt nach § 10 Abs. 1 AÜG zu einem Arbeits­ver­hält­nis zwi­schen Ent­lei­her und Leih­ar­beit­neh­mer. Im Gesetz ist nicht näher gere­gelt, wann ein vor­über­ge­hen­der Ein­satz anzu­neh­men ist und wel­che Rechts­fol­gen bei einer nicht nur vor­über­ge­hen­den Leih­ar­beit ein­tre­ten.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt und Lehr­be­auf­trag­te für Arbeits­recht Ste­fan Engel­hardt, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter Ham­burg der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg vom 9.01.2013 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. 15 Sa 1635/12.

Der Ent­lei­her betreibt Kran­ken­häu­ser und setzt als Kran­ken­pfle­ge­per­so­nal bei einem kon­zern­ei­ge­nen Ver­leih­un­ter­neh­men beschäf­tig­tes Per­so­nal ein; die Beschäf­ti­gung erfolgt auf Dau­er­ar­beits­plät­zen, für die kei­ne eige­nen Stamm­ar­beit­neh­mer vor­han­den sind. Das Ver­leih­un­ter­neh­men besitzt eine Erlaub­nis zur Arbeit­neh­mer­über­las­sung.

Die Kam­mer 15 des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg hat in die­sem Fall nun ent­schie­den, so Engel­hardt, dass ein Arbeits­ver­hält­nis zwi­schen dem Ent­lei­her und dem Leih­ar­beit­neh­mer besteht.

Die Kam­mer hat dabei ange­nom­men, eine auf Dau­er ange­leg­te Arbeit­neh­mer­über­las­sung sei von der erteil­ten Erlaub­nis nicht gedeckt; es kom­me daher ein Arbeits­ver­hält­nis zwi­schen dem Ent­lei­her und dem Leih­ar­beit­neh­mer zustan­de. Es stel­le einen „insti­tu­tio­nel­len Rechts­miss­brauch” dar, wenn das kon­zern­ei­ge­ne Ver­leih­un­ter­neh­men nicht am Markt wer­bend tätig sei und sei­ne Beauf­tra­gung nur dazu die­ne, Lohn­kos­ten zu sen­ken oder kün­di­gungs­schutz­recht­li­che Wer­tun­gen ins Lee­re lau­fen zu las­sen. Dem­ge­gen­über hat­te die Kam­mer 7 des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg in einem Par­al­lel­ver­fah­ren das Bestehen eines Arbeits­ver­hält­nis­ses zwi­schen dem Ent­lei­her und dem Leih­ar­beit­neh­mer ver­neint (Pres­se­mit­tei­lung 37/12).

Engel­hardt emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts- und Steu­er­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de -

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