(Brühl) Die Anzahl der euro­päi­schen Patent­an­mel­dun­gen nimmt auch wei­ter­hin stark zu. Ange­sichts der mas­siv wach­sen­den Zahl der Patent­an­trä­ge sprach das Euro­päi­sche Patent­amt (EPO) anläss­lich eines Kon­gres­ses am 11.09.2008 in Bos­ton sogar von einem regel­rech­ten „Glo­bal patent War­ming“.

Ein­sa­me Spit­ze bei der Anmel­dung von Paten­ten in Euro­pa, so der Düs­sel­dor­fer Patent­an­walt Dipl.-Ing. Ste­fan Brink­mann, Vize­prä­si­dent der Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Brühl, sei­en dabei ein­deu­tig die Deut­schen. Mit 25.176 ein­ge­reich­ten Paten­ten bei der EPO im Jahr 2007 stün­den sie damit weit vor allen ande­ren euro­päi­schen Natio­nen wie Frank­reich (8.328), Nie­der­lan­de (6.999) oder der Schweiz (5.855) an ers­ter Stel­le (welt­weit hin­ter den USA auf Platz 2). Das Schluss­licht bei der Anzahl der ein­ge­reich­ten Paten­te bil­de Däne­mark (1.408). Paten­te, so erläu­tert Patent­rechts­ex­per­te Brink­mann, schüt­zen Erfin­dun­gen auf allen Gebie­ten der Tech­nik und wer­den für ein­zel­ne Län­der und für befris­te­te Zeit erteilt. Dadurch erhal­te der Patent­in­ha­ber das Recht, Drit­ten die kom­mer­zi­el­le Nut­zung sei­ner Erfin­dung zu unter­sa­gen. Kehr­sei­te der Medail­le sei aller­dings, dass der Anmel­der sei­ne Erfin­dung voll­stän­dig offen­le­gen müs­se. Vor­aus­set­zung für die Ertei­lung eines Paten­tes sei nach den Vor­schrif­ten des Euro­päi­schen Patent­über­ein­kom­mens (EPÜ), dass die Erfin­dung „neu“ sei, auf einer „erfin­de­ri­schen Tätig­keit“ beru­he und „gewerb­lich“ anwend­bar ist. Die­se Vor­aus­set­zun­gen, so Brink­mann, der Her­aus­ge­ber des all­seits aner­kann­ten Lehr­buchs EPÜ-Hand­buch* ist, sei­en erfüllt, wenn die Erfin­dung der Öffent­lich­keit vor dem Anmel­de­tag, oder auch „Prio­ri­täts­tag“, nicht in irgend­ei­ner Form bekannt war, für einen Fach­mann nicht „nahe­lie­gend“ ist und gewerb­lich her­ge­stellt oder genutzt wer­den kann. Hier­bei beschrän­ken sich Patent­rechts­er­tei­lun­gen aller­dings nur auf alle „Gebie­te der Tech­nik“. Kei­ne patent­recht­lich schütz­ba­ren Erfin­dun­gen in die­sem Sin­ne sei­en daher z. B. Ent­de­ckun­gen, mathe­ma­ti­sche Metho­den, Com­pu­ter­pro­gram­me oder Geschäfts­ver­fah­ren- und Ide­en als sol­che, aber auch Ver­fah­ren zur chir­ur­gi­schen oder the­ra­peu­ti­schen Behand­lung, Dia­gno­se­ver­fah­ren sowie neue Pflan­zen­sor­ten und Tier­ras­sen, erläu­tert Brink­mann. Eben­so gren­ze das EPÜ-Abkom­men Erfin­dun­gen aus, deren gewerb­li­che Ver­wer­tung gegen die öffent­li­che Ord­nung oder ethi­sche Prin­zi­pi­en ver­sto­ßen wür­de, so z. B. Ver­fah­ren zum Klo­nen mensch­li­chen Lebe­we­sens oder die Ver­wen­dung von mensch­li­chen Embryo­nen zu indus­tri­el­len oder kom­mer­zi­el­len Zwe­cken. Wer eine Erfin­dung als Patent anmel­den möch­te, so betont Brink­mann, soll­te dies auf­grund der Viel­zahl der zu beach­ten­den Vor­schrif­ten und zur Rechts­si­cher­heit nur über einen Patent­an­walt machen, der als sol­cher auch als Ver­tre­ter beim Euro­päi­schen Patent­amt zuge­las­sen ist.


*EPÜ-Hand­buch, soeben erschie­ne­ne Neu­auf­la­ge, 756 Sei­ten, 118,– €, Carl Hey­manns Ver­lag KG, Köln — ISBN 978–3-452–26182-3



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Dipl.-Ing. Ste­fan Brink­mann
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