(Kiel) Ver­öf­fent­licht eine aus­län­di­sche Zei­tung in ihrem Online-Ange­bot einen Arti­kel, so kann eine hier­durch erfolg­te Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zung auch dann vor einem deut­schen Gericht gel­tend gemacht wer­den, wenn die betref­fen­de Zei­tung nicht nach Deutsch­land aus­ge­lie­fert wird.

Hier­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Mathi­as Zim­mer-Goertz von der Kanz­lei Bei­ten Burk­hardt und Mit­glied der Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. (DASV)  unter Hin­weis auf ein ent­spre­chen­des Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 02.03.2010 (Az. VI ZR 23/09).


Gegen­stand des ent­schie­de­nen Falls war ein Arti­kel der Print­aus­ga­be der New York Times, der auch über die Web­site der Zei­tung abge­ru­fen wer­den konn­te und der aus Sicht des in Deutsch­land ansäs­si­gen Klä­gers des­sen Per­sön­lich­keits­rech­te ver­letz­te.


Nach Ansicht der Rich­ter kommt es für die Fra­ge der Zustän­dig­keit deut­scher Gerich­te in sol­chen Fäl­len dar­auf an, ob der betref­fen­de Bericht the­ma­tisch einen deut­li­chen Bezug zum Inland hat. Dies wur­de in dem ent­schie­de­nen Fall vor dem Hin­ter­grund bejaht, dass der in Deutsch­land ansäs­si­ge Klä­ger nament­lich genannt wur­de und in dem Arti­kel Ver­bin­dun­gen sei­nes deut­schen Unter­neh­mens zum inter­na­tio­na­len orga­ni­sier­ten Ver­bre­chen behaup­tet wur­den. Das Gericht beton­te jedoch, dass allei­ne der Umstand, dass der Arti­kel in Deutsch­land abruf­bar ist, nicht aus­reicht, den erfor­der­li­chen Inlands­be­zug her­zu­stel­len, da in einem sol­chen Fal­le bei Rechts­ver­let­zun­gen im Inter­net deut­sche Gerich­te prak­tisch immer zustän­dig wären. Erfor­der­lich ist viel­mehr, dass das The­ma objek­tiv einen Bezug zu Deutsch­land aus­weist.


Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz weist aber dar­auf hin, dass dies nicht bedeu­tet, dass sich das betref­fen­de Inter­net­an­ge­bot ziel­ge­rich­tet an deut­sche Inter­net­nut­zer rich­ten muss: “Der BGH stellt aus­drück­lich klar, dass es bei einer Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zung in der Pres­se nicht dar­auf ankom­men kann, ob die­se gezielt erfolg­te. Die Inten­ti­on des Ver­let­zers ist damit uner­heb­lich.” Auch die Zahl der aus Deutsch­land erfolg­ten Abru­fe des Inter­net­an­ge­bo­tes spielt kei­ne rele­van­te Rol­le bei der Bestim­mung des aus­rei­chen­den Bezugs zum Inland.


Damit bie­tet das aktu­el­le Urteil in zahl­rei­chen Fäl­len die Chan­ce, im Bereich des Per­sön­lich­keits­rechts Rechts­ver­let­zun­gen in Deutsch­land gel­tend zu machen, anstatt im Aus­land kla­gen zu müs­sen. Aus Sicht von Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz ist daher in jedem Fal­le ein sorg­fäl­ti­ge Prü­fung emp­feh­lens­wert: “Ange­sichts der Kri­te­ri­en des BGH soll­te bei Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zun­gen stets indi­vi­du­ell geprüft wer­den, ob die Zustän­dig­keit der deut­schen Gerich­te gege­ben ist.”


Bei hier­zu auf­kom­men­den Rechts­fra­gen ver­weist Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. — www.mittelstands-anwaelte.de.


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