(Kiel) In einem Urteil vom 06.02.2009 hat das Ober­lan­des­ge­richts Köln (Az. 6 U 147/08) die Betrei­be­rin der „Rol­ler“- Möbel­dis­count­ket­te zur Unter­las­sung einer Wer­be­ak­ti­on unter Ver­wen­dung des Logos „Rol­ler sucht Deutsch­lands häss­lichs­tes Jugend­zim­mer“ bzw. „Rol­ler sucht Deutsch­lands häss­lichs­tes Wohn­zim­mer“ ver­ur­teilt. Zugleich wur­de fest­ge­stellt, dass der Dis­coun­ter gegen­über der RTL Tele­vi­si­on GmbH ver­pflich­tet ist, den durch die Wer­be­ak­ti­on ent­stan­de­nen Scha­den zu erset­zen.

In dem aus­ge­ur­teil­ten Fall, so die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat­te die Möbel­markt­ket­te im August 2007 ein Gewinn­spiel mit dem Slo­gan „Rol­ler sucht Deutsch­lands häss­lichs­tes Jugend­zim­mer“ ver­an­stal­tet, das sie mit einem Logo bewarb ähn­lich dem ova­len Mar­ken­zei­chen „Deutsch­land sucht den Super­star“ vor dun­kel­blau­em Hin­ter­grund, das zuguns­ten von RTL als sog. Wort- und Bild­mar­ke geschützt ist.


Teil­neh­mer des Gewinn­spie­les soll­ten ein Foto ihres alten und abge­wohn­ten Jugend­zim­mers auf der Inter­net­sei­te des Möbel­hau­ses ein­stel­len und sich einem „voting“ der Sei­ten­be­su­cher stel­len. Der Gewin­ner soll­te ein kom­plett neu­es Jugend­zim­mer inklu­si­ve Tep­pich­bo­den, Wand­far­be, Tape­ten und Beleuch­tung im Wert von 1.500 EUR erhal­ten; den „Wäh­lern“ bei der Abstim­mung wink­ten wei­te­re Prei­se. Ein ähn­li­ches Gewinn­spiel fand spä­ter unter dem Slo­gan „Rol­ler sucht Deutsch­lands häss­lichs­tes Wohn­zim­mer“ statt. Dage­gen hat­te der Pri­vat­sen­der geklagt und die Möbel­markt­ket­te vor dem Land­ge­richt Köln erfolg­reich auf Unter­las­sung, Aus­kunft und Scha­den­er­satz in Anspruch genom­men.


Das Ober­lan­des­ge­richt Köln hat jetzt die Beru­fung des Möbel­händ­lers zurück­ge­wie­sen, so Scheel-Pötzl. Zur Begrün­dung heißt es im Urteil, der Möbel­dis­coun­ter habe durch die Wer­bung mit dem ova­len Logo die Wert­schät­zung der zuguns­ten von RTL geschütz­ten Wort-/Bild­mar­ke unge­recht­fer­tigt und in unlau­te­rer Wei­se aus­ge­nutzt. Bereits der Text „Rol­ler sucht Deutsch­lands häss­lichs­tes Jugend­zim­mer“ wecke Asso­zia­tio­nen zur all­ge­mein bekann­ten Mar­ke der Klä­ge­rin „Deutsch­land sucht den Super­star“. Ver­stärkt wer­de dies durch die gra­phi­sche Gestal­tung; in bei­den Logos fin­den sich die ova­le Form, der blaue Hin­ter­grund und die Licht­ef­fek­te am Rand. Das Zei­chen des Möbel­dis­coun­ters neh­me auf das geschütz­te Mar­ken­zei­chen von RTL Bezug. Dar­in lie­ge gera­de der Witz der Wer­be­ak­ti­on, indem durch die Suche nach etwas Häss­li­chem dar­auf ange­spielt wer­de, dass der Publi­kums­er­folg der Fern­seh­sen­dung „DSDS“ nicht nur dar­in liegt, einen Super­star zu ermit­teln, son­dern auch sol­che Bewer­ber vor­zu­stel­len, die gera­de nicht einen strah­len­den Super­star, son­dern eher ein häss­li­ches Ent­lein abge­ben.


Der Möbel­händ­ler muss jetzt Aus­kunft über den Umfang der Wer­be­ak­ti­on ertei­len, damit RTL sei­nen Scha­den berech­nen kann. Die Revi­si­on gegen das Urteil wur­de vom Senat nicht zuge­las­sen; der Möbel­markt­be­trei­ber kann aller­dings bin­nen eines Monats nach Zustel­lung des Urteils Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de zum Bun­des­ge­richts­hof erhe­ben.


Scheel-Pötzl emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall vor­her  Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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