(Kiel)  Mit einem Beschluss vom 17.11.2009 hat der 10. Senat des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs Baden-Würt­tem­berg ein immis­si­ons­schutz­recht­li­ches Beschwer­de­ver­fah­ren des Bun­des für Umwelt- und Natur­schutz Deutsch­land Lan­des­ver­band Baden-Würt­tem­berg (BUND) abge­schlos­sen.

Dar­auf ver­weist der Reck­ling­häu­ser Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht sowie für Bau- und Archi­tek­ten­recht Edu­ard Disch­ke von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf den am 20.11.2009 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs Baden-Würt­tem­berg (VGH) vom 17.11.2009, Az.: 10 S 1851/09.


Mit Ent­schei­dung vom 06.07.2009 ließ das Regie­rungs­prä­si­di­um Karls­ru­he den vor­zei­ti­gen Beginn der Errich­tung des Ede­ka-Fleischwerks in Rhein­stet­ten zu. Damit waren ledig­lich ein­zel­ne, genau bezeich­ne­te Erd‑, Roh­bau- und Tief­bau­ar­bei­ten erlaubt. Dage­gen hat der BUND beim Ver­wal­tungs­ge­richt Karls­ru­he vor­läu­fi­gen Rechts­schutz bean­tragt. Die­sen Antrag hat das Ver­wal­tungs­ge­richt als unzu­läs­sig abge­lehnt. Der BUND sei nicht antrags­be­fugt, weil er nicht gel­tend machen kön­ne, in eige­nen Rech­ten ver­letzt sein. Wäh­rend des Ver­fah­rens über die vom BUND zum VGH erho­be­ne Beschwer­de hat das Regie­rungs­prä­si­di­um am 24.09.2009 die immis­si­ons­schutz­recht­li­che Haupt­ge­neh­mi­gung erteilt.


Der VGH hat in sei­nen Beschluss aus­ge­führt, dass eine Sach­ent­schei­dung über den ursprüng­lich gestell­ten Antrag auf vor­läu­fi­gen Rechts­schutz nicht mehr erge­hen kön­ne, so betont Disch­ke.


Der Rechts­streit habe sich erle­digt, weil eine Vor­ab­zu­las­sung im Hin­blick auf die Errich­tung des Fleischwerks mit der Ertei­lung der end­gül­ti­gen Geneh­mi­gung gegen­stands­los wer­de. Der BUND müs­se sich an sei­ner Erle­di­gungs­er­klä­rung, die in die­ser Situa­ti­on sach­dien­lich sei, fest­hal­ten las­sen, nach­dem auch die ande­ren Betei­lig­ten eine sol­che Erklä­rung abge­ge­ben hät­ten.


Der VGH hat die Kos­ten des Ver­fah­rens dem BUND auf­er­legt, da er auch im Beschwer­de­ver­fah­ren vor­aus­sicht­lich unter­le­gen wäre. Der VGH hat dabei offen gelas­sen, ob der Antrag auf vor­läu­fi­gen Rechts­schutz zuläs­sig war. Nach Ansicht des VGH hät­te er jeden­falls in der Sache kei­nen Erfolg gehabt. Ein Ver­fah­rens­feh­ler lie­ge nicht vor. Einer Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fung, die bei Auf­stel­lung des Bebau­ungs­plans durch­ge­führt wor­den sei, habe es im immis­si­ons­recht­li­chen Ver­fah­ren nicht bedurft. Durch die vor­ab zuge­las­se­nen Maß­nah­men sei­en auch Vor­schrif­ten des Natur- und Arten­schutz­rechts nicht ver­letzt wor­den.
 
Im Zeit­punkt der Ent­schei­dung des Regie­rungs­prä­si­di­ums sei­en Ausgleichs‑, Ersatz- und Kom­pen­sa­ti­ons­maß­nah­men ver­trag­lich ver­ein­bart und vor­ab soweit ver­wirk­licht gewe­sen, dass die mög­li­cher­wei­se beein­träch­tig­ten Fort­pflan­zungs- und Ruhe­stät­ten von Tie­ren ihre öko­lo­gi­sche Funk­ti­on wei­ter­hin erfüllt hät­ten und Lebens­räu­me von Tie­ren durch die zuge­las­se­nen Erd­ar­bei­ten, die Frei­räu­mung der Bau­fel­der und den Beginn der Bau­ar­bei­ten mit hoher Wahr­schein­lich­keit nicht nach­tei­lig betrof­fen wor­den sei­en. Ein öko­lo­gi­scher Bau­be­glei­ter habe über die Belan­ge des Natur- und Arten­schut­zes wäh­rend der Bau­pha­se gewacht. Auf die Brut- und Auf­zucht­ak­ti­vi­tä­ten geschütz­ter Vogel­ar­ten sei Rück­sicht genom­men wor­den. Zur Ermög­li­chung der Umsied­lung von Wild­bie­nen­ar­ten sei ein neu­es Habi­tat ange­legt wor­den, das von die­sen auch tat­säch­lich ange­nom­men wor­den sei.


Vor die­sem Hin­ter­grund habe das Regie­rungs­prä­si­di­um auch die Inter­es­sen der Bau­her­rin an einem zeit­na­hen Bau­be­ginn berück­sich­ti­gen dür­fen. Schließ­lich habe das Regie­rungs­prä­si­di­um auch davon aus­ge­hen dür­fen, dass die zuge­las­se­nen Maß­nah­men gege­be­nen­falls wie­der rück­gän­gig gemacht wer­den könn­ten. Es sei­en näm­lich nur wenig emp­find­li­che Sand- und Kies­bö­den betrof­fen. Bei deren Wie­der­auf­brin­gung am ursprüng­li­chen Stand­ort wäre des­we­gen eine spon­ta­ne Wie­der­be­sied­lung mit der ursprüng­li­chen Fau­na und Flo­ra zu erwar­ten gewe­sen.


Der Beschluss ist unan­fecht­bar.


Disch­ke mahn­te, dies zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen dazu u. a. auch auf die auf Bau- und Archi­tek­ten- und Ver­ga­be­recht sowie Ver­wal­tungs­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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