(Kiel) Auch in hei­mi­schen Gär­ten wächst so manch Exo­ti­sches – und beschäf­tigt die Nach­barn und mit­un­ter auch die Gerich­te. So hat­te das Land­ge­richt Coburg (LG) sich kürz­lich mit dem Ele­fan­ten­gras (Miscan­thus x gigan­teus) zu befas­sen.

Mit dem Ergeb­nis, so  der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des LG Coburg vom 17.08.2009, Az.: 32 S 23/09, dass es sich dabei weder um einen Baum noch um einen Busch han­delt.


Das Gericht wies die Kla­ge eines Nach­barn ab, der errei­chen woll­te, dass die näher als 2 Meter an der Gren­ze ste­hen­den Ele­fan­ten­gras­pflan­zen auf dem Nach­bar­grund­stück besei­tigt wer­den. Auch unter brand­schutz­tech­ni­schen Gesichts­punk­ten sah das Gericht kei­nen Besei­ti­gungs­an­spruch.


In dem Fall bau­te der Beklag­te seit 2005 auf sei­nem Grund­stück das Schilf­ge­wächs an, das 4 bis 5 Meter hoch wer­den kann. Immer im spä­ten Früh­jahr wer­den die Süß­grä­ser geern­tet und als Brenn­ma­te­ri­al ver­wen­det. Der Klä­ger mein­te nun, das Ele­fan­ten­gras dür­fe nicht näher als 2 Meter an sein Haus­grund­stück her­an­wach­sen. Er berief sich auf Brand­ge­fahr bei län­ge­ren Dür­re­pe­ri­oden und auf die Bestim­mun­gen des Nach­bar­rechts zum Min­dest­grenz­ab­stand von Büschen und Bäu­men.
Ohne Erfolg, denn die Beru­fungs­kam­mer des Land­ge­richts Coburg wies sei­ne Kla­ge ab, so betont Klar­mann.


Ele­fan­ten­gras (Miscan­thus x gigan­teus) sei näm­lich weder Busch noch Baum, son­dern ein  Stau­den­ge­wächs, bei dem im Herbst alle über dem Boden befind­li­chen Tei­le abster­ben. Für Stau­den gel­ten die Grenz­ab­stands­vor­schrif­ten jedoch nicht. Auch eine beson­de­re Brand­ge­fahr konn­te das Gericht nicht erken­nen. Selbst bei einem Wald kann nur die Ein­hal­tung eines Abstands von 0,5 Metern ver­langt wer­den – und da ist in hei­ßen Zei­ten und mit Blick auf abge­stor­be­ne Blät­ter die Brand­ge­fahr nicht gerin­ger. Nach­dem das Beklag­ten-Grund­stück nörd­lich des klä­ge­ri­schen Grund­stücks liegt, wer­de dem Klä­ger trotz der Höhe der Pflan­zen auch kein Son­nen­licht genom­men.
 Fazit des Gerichts: Die Exo­ten blei­ben. Und so lan­ge der Nach­bar nur pflanz­li­che „Ele­fan­ten“ auf sei­nem Grund­stück hal­te, sei das hin­zu­neh­men.


Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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