(Brühl) Eine in einem Woh­nungs­miet­ver­trag ent­hal­te­ne End­re­no­vie­rungs­klau­sel ist nicht schon des­halb gene­rell unwirk­sam, weil der Miet­ver­trag eine unwirk­sa­me Schön­heits­re­pa­ra­tur­klau­sel ent­hält.

Dies, so der Esse­ner Rechts­an­walt Wolf­gang Nebel von der DASV Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Brühl, ist die Kon­se­quenz eines soeben ver­kün­de­ten Urteils  des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 14.01.2009  (AZ.: VIII ZR 71/08).


In dem betref­fen­den Fall hat­te ein Ver­mie­ter gegen sei­nen Mie­ter u. a. Scha­dens­er­satz für ent­stan­de­ne Reno­vie­rungs­ar­bei­ten in Höhe von 1.232 € nach Been­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses gel­tend gemacht. Hier­bei begrün­de­te die­ser die Zah­lungs­pflicht des Mie­ters mit einer unter­schrie­be­nen Klau­sel aus dem Wohungs­über­ga­be­pro­to­koll aus dem Jah­re 2000, wo die­ser unter­zeich­net hat­te, die Woh­nung im reno­vier­ten Zustand über­nom­men zu haben und sich gegen­über dem Ver­mie­ter ver­pflich­tet hat­te, die­se eben­falls in reno­vier­tem Zustand zurück­zu­ge­ben. Hier­ge­gen wand­te sich der Mie­ter mit dem Hin­weis, dass er nach den Bedin­gun­gen des Miet­ver­tra­ges nach einem bestimm­ten, star­ren  Fris­ten­plan zu stän­di­gen Reno­vie­run­gen ver­pflich­tet gewe­sen sei und der Miet­ver­trag nur vor­se­he, dass die Woh­nung sodann in die­sem Zustand zurück­zu­ge­ben sei. Hier­zu hat der BGH nun aus­ge­füht, so Miet­rechts­ex­per­te Nebel, dass der Ver­mie­ter zwar sei­nen Anspruch nicht aus dem Miet­ver­trag her­lei­ten kön­ne, da die­ser einen for­mu­lar­mä­ßig recht­lich unwirk­sa­men star­ren Fris­ten­plan sowie eine star­re, vom Abnut­zungs­zu­stand los­ge­lös­te, End­re­no­vie­rungs­klau­sel beinhal­te, die dadurch eben­falls unwirk­sam sei.


Bei der Abre­de in dem Woh­nungs­über­ga­be­pro­to­koll han­de­le es sich jedoch nicht um eine for­mu­lar­mäs­si­ge Ver­ein­ba­rung, son­dern – wie vom Land­ge­richt vor­her ange­nom­men — um eine „Indi­vi­du­al­ver­ein­ba­rung“, wor­aus sich hier die Reno­vie­rungs­pflicht für den Mie­ter ablei­te. Soweit aus dem Zusam­men­tref­fen einer Indi­vi­du­al­ver­ein­ba­rung und einer For­mu­lar­klau­sel eine unan­ge­mes­se­ne Benach­tei­li­gung des Mie­ters fol­ge, füh­re dies nur zur Unwirk­sam­keit der For­mu­lar­klau­sel. Das Land­ge­richt habe daher hier noch zu klä­ren, so Nebel, ob es sich bei dem Woh­nungs­über­ga­be­pro­to­koll und der dar­in ent­hal­te­nen Reno­vie­rungs­ab­re­de um eine Indi­vdu­al­ab­re­de oder um ein vom Ver­mie­ter zur „Mehr­fach­ver­wen­dung“ bestimm­tes For­mu­lar han­de­le, was dann jedoch eben­falls  als All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen der gesetz­li­chen Inhalts­kon­trol­le unter­lie­gen wür­de.



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