(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat den Euro­päi­schen Gerichts­hof (EuGH) in Luxem­burg gebe­ten, zur inter­na­tio­na­len Zustän­dig­keit und zum anzu­wen­den­den Recht bei Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zun­gen durch Ver­öf­fent­li­chun­gen im Inter­net im Mord­fall Wal­ter  Sedl­mayr Stel­lung zu bezie­hen.

Dar­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Fach­an­walt für Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie­recht Horst Leis, LL. M., von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf den ent­spre­chen­den Beschluss des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 10. Novem­ber 2009 — VI ZR 217/08.


Der Klä­ger wur­de im Jahr 1993 zusam­men mit sei­nem Bru­der wegen Mor­des an dem Schau­spie­ler Wal­ter Sedl­mayr zu einer lebens­lan­gen Frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt. Im Janu­ar 2008 wur­de er auf Bewäh­rung ent­las­sen. Er ver­langt von einem in der Repu­blik Öster­reich geschäfts­an­säs­si­gen Medi­en­un­ter­neh­men, es zu unter­las­sen, über ihn im Zusam­men­hang mit der Tat unter vol­ler Namens­nen­nung zu berich­ten. Das beklag­te Unter­neh­men hielt auf sei­ner Inter­net­sei­te bis zum 18. Juni 2007 eine auf den 23. August 1999 datier­te, von einem ande­ren Anbie­ter über­nom­me­ne Mel­dung zum frei­en Abruf durch die Öffent­lich­keit bereit. Dar­in hieß es unter Nen­nung des Vor- und Zuna­mens des Klä­gers wie sei­nes Bru­ders wahr­heits­ge­mäß u. a., bei­de wen­de­ten sich nun­mehr, neun Jah­re nach dem Mord, mit einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen ihre Ver­ur­tei­lung wegen der Tat.


Die Kla­ge hat­te in bei­den Vor­in­stan­zen Erfolg. Mit der vom Beru­fungs­ge­richt zuge­las­se­nen Revi­si­on ver­folgt die Beklag­te ihren Antrag auf Abwei­sung der Kla­ge wei­ter, so Leis.


Der u. a. für den Schutz des All­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts zustän­di­ge VI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat beschlos­sen, das Ver­fah­ren aus­zu­set­zen und die Sache dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten vor­zu­le­gen. Im Wege der Vor­ab­ent­schei­dung soll die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit der Gerich­te für Unter­las­sungs­kla­gen gegen Inter­net­ver­öf­fent­li­chun­gen von Anbie­tern geklärt wer­den, die in einem ande­ren Mit­glied­staat nie­der­ge­las­sen sind. Der Senat hat dem Gerichts­hof fer­ner die Fra­ge zur Ent­schei­dung vor­ge­legt, ob sich der gel­tend gemach­te Unter­las­sungs­an­spruch gemäß dem Her­kunfts­land­prin­zip der e‑com­mer­ce-Richt­li­nie nach öster­rei­chi­schem Recht rich­tet oder die­ser Anspruch nach deut­schem Recht zu beur­tei­len ist.


Leis emp­fahl, den Aus­gang zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.


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