(Kiel) Mit Urteil vom 01.04.2009 hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg die von Frau Eva Her­man ein­ge­leg­te Beru­fung gegen das klag­ab­wei­sen­de Urteil des Arbeits­ge­richts Ham­burg vom 29. April 2008 zurück­ge­wie­sen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Fach­an­walt für Arbeits­recht Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf eine Mit­tei­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg, AZ.: 3 Sa 58/08 -.
In dem Fall hat­te Frau Her­man zwei Kün­di­gun­gen des NDR vom 18. (frist­los) und 25. Sep­tem­ber 2007 (zum 31. Dezem­ber 2007) ange­grif­fen und die Fest­stel­lung  begehr­te, dass das behaup­te­te Arbeits­ver­hält­nis auch nicht durch eine Befris­tungs­ab­re­de am 31.Dezember 2007 geen­det habe. Die Kam­mer hat­te den Par­tei­en von Anfang an mit­ge­teilt, dass die von Frau Her­man gemach­ten Äuße­run­gen – im Wesent­li­chen zur Rol­le der Mut­ter in der NS-Zeit – als Kün­di­gungs­grund nicht rei­chen wür­den, denn sie ver­herr­lich­ten nicht das NS-Regime.


Der Aus­gang des Rechts­streits hing damit nach Auf­fas­sung des LAG Ham­burg von der Fra­ge ab, so Klar­mann, ob Frau Her­man Arbeit­neh­me­rin (dann Kün­di­gungs­schutz nach dem Kün­di­gungs­schutz­ge­setz) oder freie Mit­ar­bei­te­rin (kein Kün­di­gungs­schutz) war. Hier­bei geht es u.a. um den Umfang der Wei­sungs­ge­bun­den­heit und Ein­bin­dung in eine betrieb­li­che Orga­ni­sa­ti­on. Zur Klä­rung die­ser Fra­ge hat­te das Gericht  eine Beweis­auf­nah­me ange­ord­net
Hier­zu wur­den der Chef­spre­cher der Tages­schau, Herr Jan Hofer, und der Spre­cher Herr Jens Rie­wa in einem frü­he­ren Ter­min ver­nom­men. Bei­de bestä­tig­ten, dass bei der Dienst­pla­ner­stel­lung durch Herrn Hofer berück­sich­tigt wer­de, wenn ein Spre­cher oder eine Spre­che­rin mit­ge­teilt habe, nicht ein­ge­setzt wer­den zu wol­len. Es bestand die Mög­lich­keit, unter­ein­an­der Diens­te zu tau­schen und abzu­ge­ben. Der heu­te ver­nom­me­ne Zeu­ge Herr Brau­ner, ehe­ma­li­ger Chef­spre­cher der Tages­schau, bestä­tig­te im Wesent­li­chen die­se Anga­ben.


Das Gericht ging nach der Beweis­auf­nah­me davon aus, dass Frau Her­man – wie ver­trag­lich ver­ein­bart – als freie Mit­ar­bei­te­rin tätig war, so dass ihre Kün­di­gungs­schutz­kla­ge aus die­sem Grund kei­nen Erfolg haben konn­te. Der NDR habe nicht wie ein Arbeit­ge­ber über die Arbeits­kraft dis­po­nie­ren kön­nen. Die Spre­che­rin­nen und Spre­cher hät­ten als Team ihre Ein­sät­ze über den Chef­spre­cher selbst orga­ni­siert. Sie hät­ten sich im Wesent­li­chen unter­ein­an­der abge­spro­chen. Wün­sche nicht ein­ge­setzt zu wer­den, sei­en grund­sätz­lich berück­sich­tigt wor­den. Nach den Anga­ben der Zeu­gen hät­te es kei­ne Kon­flik­te gege­ben, gegen einen erklär­ten Wil­len sei­en die Spre­che­rin­nen und Spre­cher nicht ein­ge­setzt wor­den. Bei einer Gesamt­schau feh­le es an den Vor­aus­set­zun­gen für die Annah­me eines Arbeits­ver­hält­nis­ses.
Die Kam­mer hat sich an der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ori­en­tiert und die Revi­si­on nicht zuge­las­sen. Es besteht die Mög­lich­keit, beim Bun­des­ar­beits­ge­richt eine soge­nann­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­zu­le­gen.


Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil auch in ähn­lich gela­ger­ten Fäl­len zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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