(Kiel) Wer beim Ver­sand­han­del bestellt, darf dar­auf ver­trau­en, dass auch so wie bestellt gelie­fert wird. Ist das Ver­sand­haus dazu nicht in der Lage, haf­tet es dem Kun­den auf Scha­dens­er­satz. Der kann dann Auf­wen­dun­gen ersetzt ver­lan­gen, die er im Ver­trau­en auf die Lie­fe­rung getä­tigt hat. Vor­aus­set­zung: Sie sind wegen der Nicht­lie­fe­rung für ihn „ver­geb­lich“.

Dies, so der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ist die Kon­se­quenz eines Urteils des Amts­ge­richts Coburg vom 05.11.2008, AZ: 1 C 23/08, bestä­tigt durch das Land­ge­richt Coburg.


In dem Fall bestell­te die Klä­ge­rin bei einem Ver­sand­haus eine Couch­gar­ni­tur mit Hocker für rund 1.700 €. In Erwar­tung des neu­en Schmuck­stücks ver­pass­te sie ihrem Wohn­zim­mer einen “Face­lif­ting”. Doch das Ver­sand­haus konn­te das Sitz­mö­bel nicht lie­fern. Nun woll­te die Klä­ge­rin rund 500 € für Tex­til­fa­ser­putz und rund 700 € für ihre Arbeits­leis­tung ersetzt haben. Sie argu­men­tier­te, die Reno­vie­rung sei farb­lich exakt auf das Sofa abge­stimmt gewe­sen und des­halb jetzt für sie nutz­los.


Damit, so Klar­mann, hat­te sie vor den Cobur­ger Gerich­ten jedoch kei­nen Erfolg.


Sie hiel­ten es für durch­aus mög­lich, dass die Klä­ge­rin sich ander­weit ein Sofa besorgt, das in die reno­vier­te Wohn­land­schaft passt. Die von ihr gewähl­te Wand­ge­stal­tung in den Far­ben Hell­gelb und Creme ist nicht so unge­wöhn­lich, dass nicht beim Kauf eines farb­lich ähn­li­chen Sitz­mö­bels eine opti­sche Über­ein­stim­mung erzielt wer­den könn­te. Außer­dem ver­lang­te die Klä­ge­rin gera­de nicht Kos­ten für die Besei­ti­gung des neu­en Wand­be­lags. Dar­aus schlos­sen die Gerich­te, dass eine Ent­fer­nung nicht erfolgt ist und auch nicht in naher Zukunft erfol­gen soll. Damit aber war die Reno­vie­rungs­maß­nah­me nicht ver­geb­lich.


Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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