(Kiel) Eine Gemein­de ist als Betrei­be­rin eines Spiel- und Bolz­plat­zes ver­pflich­tet, die Fuß­ball­to­re aus­rei­chend gegen Umkip­pen zu sichern. Dies hat der 11. Zivil­se­nat des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts vor kur­zem ent­schie­den und die Gemein­de ver­ur­teilt, einem ver­letz­ten Mäd­chen Scha­dens­er­satz und Schmer­zens­geld zu zah­len.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts (OLG) vom 15.11.2011 zu sei­nem Urteil vom 25. Okto­ber 2011 — 11 U 71/10.

Das zum Zeit­punkt des Unfalls drei­jäh­ri­ge Mäd­chen wur­de auf dem Spiel- und Bolz­platz der Gemein­de durch ein umkip­pen­des Fuß­ball­tor ver­letzt. Das Kind erlitt einen Spi­ral­bruch des Ober­schen­kel­kno­chens, der ope­ra­tiv ver­sorgt wer­den muss­te. Der zehn­jäh­ri­ge Bru­der des Mäd­chens hat­te sich an die Lat­te des Tores gehängt, das zu die­sem Zeit­punkt nicht aus­rei­chend ver­an­kert war und des­halb umkipp­te.

In der Ver­gan­gen­heit hat­ten Jugend­li­che regel­mä­ßig die Kipp­si­che­run­gen der mobi­len Fuß­ball­to­re aus dem Erd­reich ent­fernt, um die Tore zu ver­set­zen. Die Gemein­de hat­te zunächst zusätz­li­che spi­ral­för­mi­ge Siche­run­gen ange­bracht, bei denen sich jedoch sofort her­aus­stell­te, dass die­se auch von den Jugend­li­chen ent­fernt wur­den. Nach dem Unfall ver­an­ker­te die Gemein­de die Fuß­ball­to­re dau­er­haft im Erd­reich durch eine Beton­schüt­tung.

Das Ober­lan­des­ge­richt bejaht eine Haf­tung der Gemein­de für den Unfall, so Klar­mann.

Die Gemein­de hat als Betrei­be­rin des Spiel- und Bolz­plat­zes ihre Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten schuld­haft ver­letzt, indem sie das Tor nicht aus­rei­chend gegen Umkip­pen gesi­chert hat: “Die Fuß­ball­to­re wur­den regel­mä­ßig, ins­be­son­de­re nach den Wochen­en­den, in einem unge­si­cher­ten Zustand von einem Gemein­de­mit­ar­bei­ter vor­ge­fun­den und muss­ten regel­mä­ßig neu ver­an­kert wer­den. Nach der Erkennt­nis, dass auch die spi­ral­för­mi­gen Siche­run­gen von den Jugend­li­chen wie­der ent­fernt wur­den, hät­te die Gemein­de eine dau­er­haf­te Siche­rung der Tore ver­an­las­sen müs­sen, wie sie es nach dem Unfall getan hat­te. Es sind kei­ne Anhalts­punk­te dafür ersicht­lich, dass Maß­nah­men, die nach dem Unfall ergrif­fen wur­den, nicht auch vor dem Unfall hät­ten umge­setzt wer­den kön­nen.”

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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