(Kiel) Zu Recht hat die Stadt Mainz die einem Gast­wirt (Antrag­stel­ler) erteil­te Gast­stät­ten­er­laub­nis unter Anord­nung des Sofort­voll­zugs wider­ru­fen, weil der Mann sei­ne steu­er­recht­li­chen Pflich­ten ver­letzt hat.

Das, so der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb‑, Steu­er sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert  Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter-ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat soeben das Ver­wal­tungs­ge­richt (VerwG) Mainz in einem am 03.02.2011 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss ent­schie­den (Az.: 6 L 18/11.MZ).

In dem Fall betreibt der Antrag­stel­ler einen Imbiss in der Innen­stadt von Mainz. Mit Hin­weis dar­auf, dass er sei­nen steu­er­li­chen Erklä­rungs- und Zah­lungs­pflich­ten nicht ord­nungs­ge­mäß nach­kom­me, reg­te das Finanz­amt bei der Stadt Mainz den Wider­ruf sei­ner Gast­stät­ten­er­laub­nis an. Der Antrag­stel­ler schul­de einen fünf­stel­li­gen Steu­er­be­trag, teil­te das Finanz­amt mit; es fehl­ten sowohl Steu­er­vor­anmel­dun­gen als auch Steu­er­erklä­run­gen des Antrag­stel­lers. Unter Anord­nung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung wider­rief dar­auf­hin die Stadt Mainz die Gast­stät­ten­er­laub­nis des Antrag­stel­lers.

Der Antrag­stel­ler erhob hier­ge­gen Wider­spruch und bean­trag­te beim Ver­wal­tungs­ge­richt die Aus­set­zung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung des Wider­rufs. Er mach­te gel­tend, dass er feh­len­de Steu­er­erklä­run­gen zwi­schen­zeit­lich erstellt habe. Er gehe danach von einer weit­aus gerin­ge­ren Steu­er­schuld aus. Außer­dem wer­de er in der nächs­ten Zeit einen höhe­ren Betrag an das Finanz­amt zah­len und auch damit sei­nen Rück­stand ver­min­dern.

Die Rich­ter der 6. Kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts Mainz haben sei­nen Antrag abge­lehnt, betont Dr. Gie­se­ler.

Der Wider­ruf der Gast­stät­ten­er­laub­nis sei rech­tens. Der Antrag­stel­ler habe nicht die für den Gewer­be­be­trieb erfor­der­li­che Zuver­läs­sig­keit, weil er erheb­li­che Steu­er­schul­den habe, sei­nen steu­er­recht­li­chen Erklä­rungs­pflich­ten nicht nach­ge­kom­men sei und ihm die wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit feh­le. Damit habe er die All­ge­mein­heit in Gestalt des Staa­tes geschä­digt, der zur Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben auf den pünkt­li­chen Ein­gang der Steu­ern ange­wie­sen sei. Außer­dem habe er sich hier­durch einen nicht zu recht­fer­ti­gen­den Wett­be­werbs­vor­teil gegen­über den­je­ni­gen sei­ner Kon­kur­ren­ten ver­schafft, die ihren Abga­be­pflich­ten ord­nungs­ge­mäß nach­kom­men. Auf die Ursa­che sei­ner wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten und die Fra­ge des Ver­schul­dens kom­me es nicht an. Die zwi­schen­zeit­li­che Erstel­lung der Steu­er­erklä­run­gen besei­ti­ge den Zuver­läs­sig­keits­man­gel nicht, da er ein über­zeu­gen­des Kon­zept zur Wie­der­her­stel­lung sei­ner dau­er­haf­ten wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit nicht prä­sen­tiert habe.

Gie­se­ler mahn­te, dies beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen dazu u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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