(Kiel) Die nach Pres­se­mit­tei­lun­gen von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und  Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le getrof­fe­ne Ent­schei­dung, die von einem Unbe­kann­ten zum Kauf ange­bo­te­nen Kon­to­da­ten zahl­rei­cher Kun­den einer Schwei­zer Bank zu erwer­ben, sowie der mög­li­che Ankauf einer wei­te­ren CD durch die Steu­er­ver­wal­tung des Lan­des Baden Würt­tem­berg, wer­den von vie­len Juris­ten mit gro­ßer Sor­ge und Skep­sis ver­folgt.

Auch wenn grund­sätz­lich eine enga­gier­te und effek­ti­ve Straf­ver­fol­gung von Straf­tä­tern in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land aus­drück­lich begrüßt wird, so der Münch­ner Rechts­an­walt und Fach­an­walt für Straf­recht Dani­el Ame­lung, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Wirt­schafts- und Steu­er­straf­recht“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, bestehen bezüg­lich des nun­mehr geplan­ten Ankaufs von Daten erheb­li­che recht­li­che Beden­ken.


Auf­grund der bis­he­ri­gen Pres­se­be­richt­erstat­tung besteht der Ver­dacht, dass die zum Kauf ange­bo­te­nen Daten ille­gal ent­wen­det wur­den. Der Ankauf von ille­gal ent­wen­de­ten Sachen stellt eine straf­ba­re Heh­le­rei dar. Auch wenn es sich – wie vor­lie­gend – bei den zum Kauf ange­bo­te­nen Daten nicht um Sachen im Sin­ne von § 259 StGB  han­delt und des­halb eine Straf­bar­keit wegen Heh­le­rei aus­schei­det, bestehe hier die Sor­ge, dass ande­re Straf­ta­ten wie bei­spiels­wei­se eine straf­ba­re Begüns­ti­gung gem. § 257 StGB der eben­falls straf­ba­ren Vor­tat des unbe­fug­ten Aus­spä­hens von Daten gem. § 202 a StGB bestehen könn­te. Zahl­rei­che Juris­ten war­nen des­halb vor dem Ankauf die­ser CDs und for­dern die Behör­den und die Bun­des­re­gie­rung auf, den geplan­ten Ankauf vor sei­ner Durch­füh­rung umfas­send straf­recht­lich durch renom­mier­te Sach­ver­stän­di­ge auf dem Gebiet des Straf­rechts über­prü­fen zu las­sen.


Soll­te die ent­spre­chen­de Prü­fung erge­ben, dass ein ernst zu neh­men­des straf­recht­li­ches Ver­fol­gungs­ri­si­ko für die ver­ant­wort­lich Han­deln­den besteht, soll­te der Ankauf unter­las­sen wer­den. Der Ankauf ille­gal ent­wen­de­ter Daten durch eine straf­ba­re Hand­lung kön­ne nicht damit gerecht­fer­tigt wer­den, dass der Zweck die Mit­tel hei­li­ge. Eine der­ar­ti­ge Güter­ab­wä­gung ver­bie­te sich in einem Rechts­staat. Es gehö­re zu den Grund­prin­zi­pi­en eines Rechts­staa­tes, dass im Bereich der Straf­rechts­pfle­ge die Wahr­heit nicht um jeden Preis erforscht wer­den darf. betont Ame­lung aus­drück­lich.


Die Wah­rung und der Schutz die­ser grund­le­gen­den rechts­staat­li­chen Prin­zi­pi­en bin­de alle staat­li­che Gewalt, mit­hin auch Mit­glie­der der Bun­des­re­gie­rung oder ande­rer Bun­des- oder Lan­des­be­hör­den. Der Respekt vor dem Gesetz erfor­dert des­halb eine sorg­fäl­ti­ge Prü­fung der ver­ant­wort­lich Han­deln­den bevor der geplan­te Ankauf der Daten tat­säch­lich erfol­gen kann.


Ame­lung emp­fahl, die­se Grund­sät­ze zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – https://www.mittelstands-anwaelte.de/ – ver­wies.


Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Dani­el Ame­lung
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Straf­recht
Lei­ter des DASV Fach­aus­schus­ses „Wirt­schafts- und Steu­er­straf­recht“ 
Dani­el Ame­lung
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Straf­recht
Isma­nin­ger Stra­ße 98
D‑81675 Mün­chen 
Tel.: +49 89 51 77 77 40
Fax: +49 89 51 77 77 440
Email: info@amelung-trepl.de
Web:  http://www.amelung-trepl.de/