(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) hat­te am 11.03.2009 dar­über zu ent­schei­den, ob dem Klä­ger Gün­ther Jauch wegen der Ver­wen­dung sei­nes Bild­nis­ses Zah­lungs­an­sprü­che zuste­hen. (BGH AZ.:  I ZR 8/07)

In dem Fall, so die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat­te ein Zeit­schrif­ten­ver­lag Gün­ther Jauch auf der Titel­sei­te eines Rät­sel­hef­tes mit dem Bild­un­ter­schrift “Gün­ther Jauch zeigt mit „Wer wird Mil­lio­när?” wie span­nend Quiz sein kann” abge­bil­det, ohne dass das Heft einen ent­spre­chen­den redak­tio­nel­len Bei­trag ent­hielt. Jauch, der der Ver­wen­dung sei­nes Bild­nis­ses nicht zuge­stimmt hat­te, ver­langt von dem beklag­ten Zeit­schrif­ten­ver­lag den Betrag, der sei­ner Auf­fas­sung nach übli­cher­wei­se für die Zustim­mung zu einer der­ar­ti­gen Ver­öf­fent­li­chung gezahlt wird.


Die Vor­in­stan­zen hat­ten die Kla­ge abge­wie­sen. Auf die Revi­si­on hat der Bun­des­ge­richts­hof die Ent­schei­dung des Beru­fungs­ge­richts nun auf­ge­ho­ben, so Scheel-Pötzl.
Der Bun­des­ge­richts­hof hat ange­nom­men, dass bei der not­wen­di­gen Abwä­gung der wider­strei­ten­den Inter­es­sen dem Per­sön­lich­keits­recht des Klä­gers, das auch das Recht an sei­nem Bild­nis umfasst, im Streit­fall der Vor­rang vor der Pres­se­frei­heit zukommt. Zwar dür­fen Bild­nis­se aus dem Bereich der Zeit­ge­schich­te im Rah­men der Bericht­erstat­tung regel­mä­ßig ohne Ein­wil­li­gung des Abge­bil­de­ten ver­brei­tet wer­den. Ob ein Bild­nis der Zeit­ge­schich­te vor­liegt, ist anhand des Infor­ma­ti­ons­wer­tes der Abbil­dung und der sie beglei­ten­den Bericht­erstat­tung zu beur­tei­len. Der Infor­ma­ti­ons­ge­halt der Bild­un­ter­schrift war im vor­lie­gen­den Fall aber der­art gering, dass sie sich dar­auf beschränk­te, einen Anlass für die Abbil­dung des Klä­gers zu schaf­fen, um des­sen Wer­be- und Image­wert für das Rät­sel­heft des beklag­ten Ver­la­ges aus­zu­nut­zen.


Das Beru­fungs­ge­richt, an das die Sache zurück­ver­wie­sen wor­den ist, muss nun­mehr die feh­len­den Fest­stel­lun­gen zur Höhe des Anspruchs des Klä­gers nach­ho­len.
Scheel-Pötzl emp­fahl Medi­en­un­ter­neh­men, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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