(Kiel) Die HSH Nord­bank muss an einen stil­len Gesell­schaf­ter eine zuge­sag­te Son­der­zah­lung in Höhe von 3.827.500 Euro für das Geschäfts­jahr 2008 zah­len.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts (OLG) vom 02.03.2011, Az. 9 U 22/10.

Ende des Jah­res 2008, dem Jahr der Finanz­markt­kri­se, fand eine außer­or­dent­li­che Haupt­ver­samm­lung der HSH Nord­bank statt. Auf der Haupt­ver­samm­lung wur­de der Vor­stand der HSH Nord­bank ermäch­tigt, eine Son­der­zah­lung 2008 an aus­ge­wähl­te stil­le Gesell­schaf­ter zu erbrin­gen. Zu die­sem Zeit­punkt war bereits abzu­se­hen, dass die HSH Nord­bank für das Geschäfts­jahr 2008 einen Jah­res­fehl­be­trag aus­wei­sen und nicht zur Zah­lung von Gewinn­be­tei­li­gun­gen ver­pflich­tet sein wer­de. Ent­spre­chen­de Zusa­gen über Son­der­zah­lun­gen ver­sand­te der Vor­stand der HSH Nord­bank mit Schrei­ben vom 21.12.2008 an die aus­ge­wähl­ten Gesell­schaf­ter. Ein süd­deut­scher Lebens­ver­si­che­rer, der als stil­ler Gesell­schaf­ter mit einer Ein­la­ge von 50 Mil­lio­nen Euro an der HSH Nord­bank betei­ligt ist, nimmt die HSH Nord­bank auf die ihm zuge­sag­te Son­der­zah­lung in Höhe von mehr als 3,8 Mil­lio­nen Euro in Anspruch.

Das Ober­lan­des­ge­richt hat das Son­der­zah­lungs­ver­spre­chen als wirk­sam ange­se­hen, betont Klar­mann.

Die Zah­lungs­zu­sa­ge stellt ent­ge­gen der Argu­men­ta­ti­on der HSH Nord­bank kei­ne Schen­kung dar (für eine Schen­kung wäre eine nota­ri­el­le Beur­kun­dung erfor­der­lich gewe­sen). Es han­delt sich viel­mehr um eine Leis­tung im Rah­men des gesell­schafts­recht­li­chen Ver­hält­nis­ses der Par­tei­en („Leis­tung cau­sa societa­tis“), weil die HSH Nord­bank wirt­schaft­li­che Inter­es­sen ver­folg­te. In dem Urteil heißt es hier­zu:

Die Beklag­te (Anm. die HSH­Nord­bank) hat der Klä­ge­rin (Anm. dem süd­deut­schen Lebens­ver­si­che­rer) die Son­der­zah­lung 2008 ver­spro­chen, um die stil­len Teil­ha­ber zum Still­hal­ten zu bewe­gen und somit in der Hoff­nung auf eine Ver­bes­se­rung der durch ihren Bei­trag ver­mit­tel­ten eige­nen Ver­mö­gens­la­ge. Im Vor­der­grund des Han­delns der Beklag­ten stand die Stüt­zung und Stär­kung ihres eige­nen Geschäfts­be­trie­bes. Die Beklag­te woll­te die stil­len Teil­ha­ber durch das Son­der­zah­lungs­ver­spre­chen moti­vie­ren, die stil­len Gesell­schaf­ten nicht aus wich­ti­gem Grund zu kün­di­gen und/oder durch Schwei­gen bzw. Still­hal­ten am Erhalt der Repu­ta­ti­on der Beklag­ten am Markt mit­zu­wir­ken.“

Die Par­tei­en haben die Mög­lich­keit, das Urteil durch den Bun­des­ge­richts­hof in Karls­ru­he über­prü­fen zu las­sen. Das Gericht hat die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­sen.

Klar­mann emp­fahl, dies und einen etwai­gen Fort­gang zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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