(Kiel) Mie­ter eines Laden­lo­kals haben ohne miet­ver­trag­li­che Rege­lung  grund­sätz­lich kei­nen Anspruch dar­auf, außer­halb der von ihm ange­mie­te­ten Räu­me Wer­be­schil­der, Leucht­re­kla­men und ähn­li­ches anzu­brin­gen.

Dar­auf ver­weist der Esse­ner Rechts­an­walt Wolf­gang Nebel von der DASV Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel mit Blick dar­auf, dass es hier­durch in der anwalt­li­chen Pra­xis häu­fig zu lang­wie­ri­gem und gericht­li­chem Streit kommt. Häu­fig sei dabei der Fall, dass der Mie­ter als juris­ti­scher Laie die Geneh­mi­gung zur Anbrin­gung  von Wer­be­schil­dern, Leucht­re­kla­men und ähn­li­chem ein­fach still­schwei­gend vor­aus­set­ze, so dass er bei Ver­trags­ab­schluss auf die­se Fra­ge gar nicht ein­ge­he.


Tre­te der Mie­ter sodann nach Abschluss des Miet­ver­tra­ges an den Ver­mie­ter mit dem Wunsch her­an, die­se an der Außen­fas­sa­de oder auf dem Dach des Hau­ses anbrin­gen zu wol­len, nutz­ten Ver­mie­ter die­se Gele­gen­heit ger­ne dazu aus, die ent­spre­chen­den Flä­chen dem Mie­ter nur gegen Zah­lung eines zusätz­li­chen Ent­gel­tes zur Ver­fü­gung zu stel­len unter Hin­weis dar­auf, dass die­se natür­lich nicht zum Miet­ge­gen­stand gehör­ten.


Es sei des­halb unbe­dingt erfor­der­lich, dass Mie­ter im Rah­men der Ver­hand­lun­gen im Ver­trag genau fest­leg­ten, an wel­cher Stel­le des Hau­ses er wel­che Wer­be­schil­der anbrin­gen darf, wobei es sich zudem emp­feh­lens­wert sei, die geplan­ten Maß­nah­men im Rah­men einer wei­te­ren Anla­ge zum Ver­trag genau zu beschrei­ben (Abmes­sun­gen, farb­li­che Gestal­tung, Strom­an­schluss usw.) Auch sei im Ver­trag klar­zu­stel­len, dass die­ses Recht des Mie­ters mit dem Miet­zins bereits abge­gol­ten ist, so dass der Ver­mie­ter hier­für nach­träg­lich kein zusätz­li­ches Ent­gelt ver­lan­gen kön­ne.


Wei­ter­hin, so betont Nebel, sei zu beach­ten, dass für die Anbrin­gung von Wer­be­ta­feln regel­mä­ßig behörd­li­che Geneh­mi­gun­gen erfor­der­lich sei­en. Der Ver­mie­ter müs­se sich daher im Miet­ver­trag gegen­über dem Mie­ter ver­pflich­ten, bei der Ein­ho­lung die­ser behörd­li­chen Geneh­mi­gun­gen nach bes­ten Kräf­ten mit­zu­wir­ken und in sei­ner Eigen­schaft als Gebäu­de­ei­gen­tü­mer auch alle erfor­der­li­chen Erklä­run­gen inso­weit gegen­über der Behör­de abzu­ge­ben.


Dar­über­hin­aus müs­se der Miet­ver­trag auch eine Rege­lung ent­hal­ten, wel­che Ver­trags­par­tei bei Been­di­gung des Miet­ver­tra­ges für die Demon­ta­ge der Wer­be­schil­der und die Besei­ti­gung von Spu­ren (z.B. Ver­put­zen von Löchern usw.) ver­ant­wort­lich sei und die inso­weit anfal­len­den Kos­ten zu tra­gen hat. In aller Regel gestat­te der Ver­mie­ter die Anbrin­gung von Rekla­me außer­halb des Miet­ob­jek­tes nur dann, wenn der Mie­ter sich gleich­zei­tig zur voll­stän­di­gen Ent­fer­nung bei Ver­trags­en­de ver­pflich­te und auch die damit ver­bun­de­nen Kos­ten über­neh­me.


Nebel emp­fahl, gewerb­li­che Miet­ver­trä­ge nur nach Ein­ho­lung ent­spre­chen­den Rechts­rats zu unter­zeich­nen und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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