(Kiel)  Hartz IV-Emp­fän­ger haben Anspruch auf Erstat­tung ange­mes­se­ner Unter­kunfts­kos­ten. Bei selbst­ge­nutz­tem Wohn­ei­gen­tum umfasst dies Auf­wen­dun­gen, die zu des­sen Erhalt geeig­net und erfor­der­lich sind. Hier­zu gehö­re auch die Anschaf­fung einer Solar­an­la­ge, soweit eine ander­wei­ti­ge Strom­ver­sor­gung nicht gewähr­leis­tet sei.

Das, so der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für Arbeits- und Erbrecht Micha­el Henn, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt (LSG) in einem Eil­ver­fah­ren in einem Beschluss vom 18.11.2009, Az.: L 7 AS 326/09 B ER, ent­schie­den.


Der Antrag­stel­ler lebt in einem ca. 10 qm gro­ßen eige­nen Bau­wa­gen auf einem Wagen­platz in Frank­furt am Main. Ein Anschluss an die öffent­li­che Strom­ver­sor­gung besteht nicht. Die Hei­zung erfolgt über einen Holz­ofen, Strom wur­de mit­tels Solar­an­la­ge erzeugt. Im Okto­ber 2007 bean­trag­te der 43-jäh­ri­ge Hartz IV-Emp­fän­ger die Repa­ra­tur bzw. den Ersatz der defek­ten Solar­an­la­ge. Im Rah­men eines vor dem hes­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richt im Juli 2008 geschlos­se­nen Ver­glei­ches ver­pflich­te­te sich die Rhein-Main-Job-Cen­ter GmbH, ihm ein Dar­le­hen zur Beschaf­fung der preis­güns­tigs­ten Strom­ver­sor­gung zu gewäh­ren. Nach Ansicht des Hilfs­be­dürf­ti­gen kom­me nur eine Solar­an­la­ge in Betracht, da das Auf­stel­len von Strom­ge­ne­ra­to­ren in der Bau­wa­gen­sied­lung ver­bo­ten sei. Dem wider­sprach die Job-Cen­ter GmbH. Die begehr­te Solar­an­la­ge für 6.195 € sei nicht die kos­ten­güns­tigs­te Mög­lich­keit der Strom­ver­sor­gung.


Die Darm­städ­ter Rich­ter ver­ur­teil­ten nun die Job-Cen­ter GmbH, dem Antrag­stel­ler ein Dar­le­hen in Höhe von 6.195 € zur Beschaf­fung einer Solar­an­la­ge zu gewäh­ren, betont Henn.


Die­ser Erhal­tungs­auf­wand sei im Ver­gleich mit ent­spre­chen­den Unter­kunfts­kos­ten ange­mes­sen. Die durch­schnitt­li­che Jah­res­mie­te incl. Neben­kos­ten für eine ange­mes­se­ne Woh­nung läge für einen 1‑Personenhaushalt in Frank­furt bei ca. 5.360 €. Dem­ge­gen­über sei das Dar­le­hen für die Solar­an­la­ge nicht unver­hält­nis­mä­ßig. Schließ­lich las­se – so die Rich­ter — der Aus­schluss von der Strom­ver­sor­gung erheb­li­che Beein­träch­ti­gun­gen der Men­schen­wür­de befürch­ten. Da eine funk­tio­nie­ren­de Strom­ver­sor­gung zum ele­men­ta­ren Lebens­be­darf gehö­re, sei zudem eine einst­wei­li­ge Anord­nung erfor­der­lich.


Henn mahn­te, das Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de

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