(Brühl) Die „delik­ti­sche“ Haf­tung des Her­stel­lers einer Ware  ist nicht dar­auf gerich­tet, dem Erwer­ber oder Benut­zer eine man­gel­freie Sache zur Ver­fü­gung zu stel­len, son­dern ledig­lich auf den Schutz abso­lu­ter Rechts­gü­ter wie „Leben, Gesund­heit und Eigen­tum“.

Dies, so die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Brühl, sei die Kon­se­quenz eines am 16.12.2008 ver­öf­fent­lich­ten Urteils des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH AZ.: VI ZR 170/07). In dem aus­ge­ur­teil­ten Fall ver­lang­te eine Pfle­ge­kas­se die Erstat­tung von Nach­rüs­tungs­kos­ten für Pfle­ge­bet­ten aus der Pro­duk­ti­on der Beklag­ten, die sie ihren Ver­si­cher­ten zur häus­li­chen Pfle­ge zur Ver­fü­gung gestellt hat­te. Nach­dem die zustän­di­gen Behör­den über Sicher­heits­ri­si­ken der Bet­ten infor­miert hat­ten und der Her­stel­ler die Über­nah­me der Nach­rüs­tungs­kos­ten abge­lehnt hat­te, ließ die Pfle­ge­kas­se die Bet­ten auf eige­ne Kos­ten nach­rüs­ten und ver­lang­te deren Erstat­tung vom Her­stel­ler. Die­sem Begeh­ren hat der BGH nun eine Absa­ge erteilt, so Scheel-Pötzl. Die „delik­ti­schen“ Siche­rungs­pflich­ten eines (Waren-) Her­stel­lers nach Inver­kehr­brin­gen sei­nes Pro­dukts sei­en zwar nicht von vorn­her­ein auf die War­nung vor etwai­gen Gefah­ren beschränkt. Sie könn­te ins­be­son­de­re auch die Ver­pflich­tung ein­schlie­ßen, dafür Sor­ge zu tra­gen, dass bereits aus­ge­lie­fer­te „gefähr­li­che Pro­duk­te“ mög­lichst effek­tiv aus dem Ver­kehr gezo­gen wer­den oder nicht mehr benutzt wür­den. Sie sei aber nicht dar­auf gerich­tet, dem Erwer­ber oder Benut­zer eine man­gel­freie Ware zur Ver­fü­gung zu stel­len, son­dern ledig­lich auf den Schutz „abso­lu­ter Rechts­gü­ter“ wie Leben, Gesund­heit und Eigen­tum. Durch ihre dies­be­züg­li­che War­nung habe der Her­stel­ler sei­ner Pflicht zur Gefah­ren­ab­wehr genügt, weil er davon aus­ge­hen konn­te, dass der War­nung Fol­ge geleis­tet wird. Da er  zu wei­ter­ge­hen­den Maß­nah­men nicht ver­pflich­tet war, muss­te er auch nicht die Kos­ten der Nach­rüs­tung tra­gen, so Scheel.-Pötzl, was zwar hier zur mehr Rechts­si­cher­heit für den Her­stel­ler füh­re, unter Ver­brau­cher­ge­sichts­punk­ten natür­lich unbe­frie­di­gend sei. 



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