(Kiel) Bei der Bemes­sung der Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge von frei­wil­li­gen Mit­glie­dern der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ist die Aus­zah­lung aus einer pri­va­ten Lebens­ver­si­che­rung nicht zu berück­sich­ti­gen.

Die „Bei­trags­ver­fah­rens­grund­sät­ze Selbst­zah­ler“ erfass­ten zwar im Ver­gleich zu den Bei­trä­gen von Pflicht­ver­si­cher­ten wei­te­re Arten von Ein­nah­men. Die­se Grund­sät­ze sei­en jedoch vom Vor­stand des Spit­zen­ver­ban­des der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen erlas­sen wor­den, der hier­zu nicht hin­rei­chend demo­kra­tisch legi­ti­miert sei.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Sozi­al­recht Klaus H. Ganz­horn, Mit­glied in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf den am 06.04.2011 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss des Hes­si­schen (LSG Hes­sen) Lan­des­so­zi­al­ge­richts,  (Az.: L 1 KR 327/10 B ER).

Ein frei­wil­lig kran­ken­ver­si­cher­ter Mann erhielt im April 2009 aus einer pri­va­ten Lebens­ver­si­che­rung knapp 74.000 €. Dies leg­te die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se ihrer Bei­trags­be­mes­sung zugrun­de und erhöh­te die Bei­trä­ge des 62-Jäh­ri­gen. Hier­ge­gen klag­te der Mann aus dem Land­kreis Groß-Gerau und bean­trag­te einst­wei­li­gen Rechts­schutz.

Die Darm­städ­ter Rich­ter erho­ben im einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren ernst­li­che Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit der Bei­trags­er­he­bung, betont Ganz­horn.

Die Kran­ken­ver­si­che­rung kön­ne sich nicht auf die „Bei­trags­ver­fah­rens­grund­sät­ze Selbst­zah­ler“ beru­fen. Denn die­se sei­en weder als Sat­zung noch durch das zur Recht­set­zung beru­fe­ne Organ des Spit­zen­ver­ban­des der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen erlas­sen wor­den. Daher könn­ten die­se Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten die wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit der frei­wil­lig Ver­si­cher­ten nicht abwei­chend vom gesetz­li­chen Leit­bild bestim­men. Der Beschluss ist unan­fecht­bar.

Ganz­horn emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.
Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Klaus Her­mann Ganz­horn
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Sozi­al­recht
Anwalts­kanz­lei BWL
Theo­dor-Heuss-Stra­ße 30
70174 Stutt­gart
Tele­fon: 0711/2261096
Fax: 0711/2265194
eMail: info@anwaltskanzlei-bwl.de
www.anwaltskanzlei-bwl.de