(Kiel) Wie im Gesetz vom 16. Mai 2012 im BGBl. 2012, S. 1084 ver­kün­det, wur­de § 312g BGB, der sich mit den Pflich­ten im elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr aus­ein­an­der­setzt, um wei­te­re 3 Absät­ze ergänzt.

Dies bedeu­tet für den Ver­brau­cher, so der Saar­brü­cker Rechts­an­walt Man­fred Wag­ner, Mit­glied der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, dass ihm ein bes­se­rer Schutz vor sog. “Abofal­len” im Inter­net zuteil wer­den soll. Mit kla­ren und deut­li­chen Hin­wei­sen soll er vor kos­ten­pflich­ti­gen Ange­bo­ten im Inter­net gewarnt wer­den.

Aller­dings ist auch hier Vor­sicht gebo­ten. Das Gesetz bezieht sich auf in Deutsch­land lie­gen­de Inter­net­sei­ten. Wer­den die Sei­ten in ande­ren Län­dern vor­ge­hal­ten, so besteht die­se Ver­pflich­tung (zumin­dest momen­tan) noch nicht. Aller­dings dürf­te auch in den ande­ren EU-Staa­ten bis 2014 mit ent­spre­chen­den natio­na­len Vor­schrif­ten zu rech­nen sein, da es sich um die Umset­zung einer EU-Richt­li­nie han­delt, die bis 2014 von allen EU-Staa­ten umge­setzt wer­den muss.

• Was bedeu­tet das für Sie als Online­händ­ler?

Wenn Sie bereits jetzt dem Kun­den im Rah­men eines Waren­kor­bes alle sei­ne Pro­duk­te, die er erwor­ben hat, mit Prei­sen und mit den anfal­len­den Ver­sand­kos­ten ange­ben, so gibt es für Sie nur noch eine Klei­nig­keit zu ändern.

In die­sem Fall müs­sen Sie den “Bestell-” But­ton so umbe­nen­nen, dass der Kun­de deut­lich auf die Zah­lungs­ver­pflich­tung hin­ge­wie­sen wird (wie z.B. „kos­ten­pflich­tig bestel­len”, „zah­lungs­pflich­ti­gen Ver­trag schlie­ßen” etc.). Daher sind For­mu­lie­run­gen wie „Anmel­dung”, „Wei­ter” oder ein­fach nur „Bestel­len” hin­ge­gen nicht mehr aus­rei­chend.

Je auf­fäl­li­ger die Schalt­flä­che gestal­tet ist, so Wag­ner, des­to eher genügt die­se den Anfor­de­run­gen des Geset­zes. Dabei ist ins­be­son­de­re auf die Les­bar­keit der Schrift auf dem But­ton zu ach­ten.

Haben Sie aller­dings einen sol­chen Bestell­ab­lauf noch nicht ein­ge­rich­tet, so müs­sen ab dem 1. August zwin­gend fol­gen­de Punk­te beim elek­tro­ni­schen Geschäfts­ver­kehr mit Ver­brau­chern beach­tet wer­den:

• Beschrei­bung der Ware oder Dienst­leis­tung mit ihren wesent­li­chen Merk­ma­len

• Kon­kre­te Anga­ben zum Ver­trag, (z.B. Min­dest­lauf­zeit des Ver­trags etc.)

• Anga­be des Gesamt­prei­ses, das bedeu­tet alle damit zusam­men­hän­gen­den Preis­be­stand­tei­le nebst Steu­ern usw., sowie Ver­sand- und Lie­fer­kos­ten

Die­se Anga­ben sind vor Been­di­gung des Bestell­vor­gangs klar, ver­ständ­lich und her­vor­ge­ho­ben anzu­ge­ben.

• Wich­tig

Ent­spricht der Bestell­vor­gang nicht den Anfor­de­run­gen an die Schalt­flä­chen und wer­den daher die Hin­wei­se nicht ent­spre­chend erteilt, so kommt nach § 312g Abs. 4 BGB kein wirk­sa­mer Ver­trag zustan­de.

Nach dem 1. August 2012 führt eine For­mu­lie­rung wie „Bestel­lung absen­den” dazu, dass ein Kauf­ver­trag nicht wirk­sam zustan­de kommt! Über­prü­fen Sie daher recht­zei­tig Ihren Online­auf­tritt und pas­sen Sie Ihren Shop recht­zei­tig an die aktu­el­le Geset­zes­la­ge an. Den­ken Sie dar­an, dass die­se Vor­aus­set­zun­gen für alle Tele­me­di­en gel­ten und somit auch alle wei­te­ren Anwen­dun­gen wie z.B. Anwen­dun­gen auf Smart­pho­nes, Apps etc. betref­fen.

Wag­ner riet, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Man­fred Wag­ner
Rechts­an­walt
WAGNER Rechts­an­wäl­te
Groß­her­zog-Fried­rich-Stra­ße 40
66111 Saar­brü­cken
Tel.: 0681/958282–0
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