(Kiel) Bekannt­lich ermit­telt die Staats­an­walt­schaft gegen ver­ant­wort­li­che Vor­stän­de und Auf­sichts­rä­te der Infi­nus-Grup­pe, wobei es am 05.11.2013 zu einer Raz­zia wie auch ers­ten Fest­nah­men kam.

 

Im Blick­punkt der Ermitt­lun­gen, so der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ste­hen ins­be­son­de­re die Order­schuld­ver­schrei­bun­gen, bei denen es sich mög­li­cher­wei­se um sog. Insich­ge­schäf­te han­delt. Hier besteht der Ver­dacht, dass mit Bilanztricks die Ertrags­la­ge deut­lich bes­ser dar­ge­stellt wur­de, als die­se tat­säch­lich war. Mög­li­cher­wei­se haben die Ver­ant­wort­li­chen hier­zu in den Ver­kaufs­pro­spek­ten unrich­ti­ge Anga­ben gemacht. Ob und inwie­weit die­ses Vor­ge­hen des Finanz­dienst­leis­tungs­in­sti­tuts über­haupt legal war, wird der­zeit geprüft. Die Ermitt­lun­gen dürf­ten sich jedoch zumin­dest Mona­te, wenn nicht gar Jah­re hin­zie­hen. Sämt­li­che Kon­ten der Infi­nus AG sowie der FuBus sind von der Staats­an­walt­schaft vor­sorg­lich ein­ge­fro­ren wor­den. Anle­ger erhal­ten aktu­ell weder Zin­sen, noch kön­nen sie ihre Anla­gen zurück­ge­ben bzw. bei fäl­li­gen Anla­gen Aus­zah­lun­gen erwar­ten.

 

Für die Future Busi­ness KGaA (wie auch die Pro­sa­vus AG) wur­de bereits ein vor­läu­fi­ger Insol­venz­ver­wal­ter bestellt, wobei mit einer Ent­schei­dung über die Eröff­nung der Insol­venz­ver­fah­ren jedoch frü­hes­tens im I. Quar­tal 2014 zu rech­nen sein dürf­te. Erst dann kön­nen betrof­fe­ne Anle­ger ihre For­de­run­gen zur Insol­venz­ta­bel­le anmel­den. Soll­te es zur Eröff­nung der Insol­venz­ver­fah­ren kom­men, dürf­te mit einem Abschluss u.U. erst in Jah­ren zu rech­nen sein.

 

Unab­hän­gig hier­von kommt jedoch auch eine Haf­tung der regio­nal täti­gen Bera­ter bzw. Anla­ge­ver­mitt­ler in Betrachtm betont Hün­lein. Des­sen Kanz­lei ver­tritt bereits zahl­rei­che Betrof­fe­ne bzw. Inha­ber von FuBus-Order­schuld­ver­schrei­bun­gen und prüft inso­weit die in Fra­ge kom­men­den Ansprü­che und nächs­ten Schrit­te. Danach ist fest­zu­stel­len, dass der zugrun­de lie­gen­de Sach­ver­halt offen­bar einem erkenn­ba­ren Mus­ter ent­spricht: Die Infi­nus AG hat über Finanz­dienst­leis­ter, häu­fig auch Ver­si­che­rungs­mak­ler, Kun­den gewor­ben bzw. Ein­la­gen ein­wer­ben las­sen. Die­se Finanz­dienst­leis­ter haben oft ihren zumeist lang­jäh­ri­gen Kun­den, deren Ver­trau­en sie genos­sen, emp­foh­len, ihre Erspar­nis­se in die­se Order­schuld­ver­schrei­bun­gen der FuBus zu inves­tie­ren, obgleich (oder gera­de weil) die­se Kun­den kei­ner­lei oder allen­falls gerin­ge Erfah­run­gen im Kapi­tal­an­la­ge­be­reich hat­ten. Hier­bei wur­de den Kun­den neben einer siche­ren Kapi­tal­an­la­ge auch noch eine Ver­zin­sung von 6 bis 7 % p.a. in Aus­sicht gestellt.

 

Offen­sicht­lich wur­den die FuBus-Kun­den von den Anla­ge­ver­mitt­lern nicht ord­nungs­ge­mäß auf­ge­klärt, und zwar weder über die Ertrags­la­ge der FuBus noch bspw. über das sog. all­ge­mei­ne Emit­ten­ten­ri­si­ko, d.h. das Risi­ko eines evtl. Total­ver­lus­tes. So ergibt sich auch aus den der Kanz­lei vor­lie­gen­den Bera­tungs­pro­to­kol­len, dass inso­weit kei­ne ord­nungs­ge­mä­ße, d.h. anla­ge- und anle­ger­ge­rech­te Bera­tung statt­ge­fun­den hat, wie dies der Geset­zes­la­ge ent­spricht und von den Gerich­ten gefor­dert wird. Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung löst zumeist schon der feh­len­de Hin­weis auf das all­ge­mei­ne Emit­ten­ten­ri­si­ko (Total­ver­lust­ri­si­ko) einen Scha­dens­er­satz­an­spruch des ent­spre­chen­den Beraters/Anlagevermittlers zuguns­ten des betrof­fe­nen Anle­gers aus.

 

Zusam­men­fas­send ist fest­zu­stel­len, dass inso­weit unter­schied­li­che Pflicht­ver­stö­ße gegen die Bera­tungs- bzw. Infor­ma­ti­ons­pflich­ten vor­lie­gen, die die Anla­ge­ver­mitt­ler selbst zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­ten. Die­ser kann unab­hän­gig von Ansprü­chen gegen­über der Infi­nus AG bzw. FuBus gel­tend gemacht wer­den.


Rechts­an­walt Hün­lein emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len um recht­li­chen Rat nach­zu­su­chen, wozu er u. a. auch auf die auf Bank- und Kapi­tal­markt­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

 

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

 

Klaus Hün­lein
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht
Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht
Eschen­hei­mer Anla­ge 1, 60316 Frank­furt
Tele­fon: 069/4800 7890 , Fax: 069/4800789–50
Email: rae@huenlein.de — www.huenlein.de