(Kiel) Ein Mobil­funk­an­bie­ter, der sei­ne Kun­den bei einem Pre­paid­ver­trag mit der Tarif­op­ti­on einer „auto­ma­ti­schen Auf­la­dung” nicht deut­lich dar­auf hin­weist, dass mit die­ser Opti­on das deut­lich erhöh­te und kaum kon­trol­lier­ba­re Risi­ko außer­or­dent­lich hoher Kos­ten ver­bun­den ist, kann sich scha­dens­er­satz­pflich­tig machen.

Das Kam­mer­ge­richt Ber­lin bestä­tig­te jüngst unter Hin­weis auf die­sen Grund­satz in zwei­ter Instanz ein Urteil des Land­ge­richts Ber­lin, mit dem die­ses die Kla­ge eines Mobil­funk­an­bie­ters auf Zah­lung von Tele­fon­ge­büh­ren in Höhe von 14.698,00 EUR mit Aus­nah­me von 10,00 EUR abge­wie­sen hat­te.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Kam­mer­ge­richts (KG) Ber­lin vom 10.07.2012 zu sei­nem Urteil vom 28. Juni 2012.

Az. 22 U 207/11.

Der Kun­de hat­te bei Ver­trags­schluss über das Inter­net einen Pre­paid-Tarif mit der Opti­on „Web­shop-Wie­der­auf­la­dung 10″ gewählt. Die­se Wahl führ­te dazu, dass dem Kun­den auf dem ver­meint­li­chen Pre­paid-Kon­to nach Ver­brauch des vor­aus­be­zahl­ten Betra­ges auto­ma­tisch immer wie­der neu 10,00 EUR „gut­ge­schrie­ben” wur­den, er also sozu­sa­gen auf Kre­dit tele­fo­nier­te. Unab­hän­gig davon, ob durch die Nut­zung einer Daten­ver­bin­dung tat­säch­lich Tele­fon­kos­ten in Höhe der Kla­ge­for­de­rung ent­stan­den sei­en, sei die Kla­ge unbe­grün­det, so der 22. Zivil­se­nat des Kam­mer­ge­richts: In die­sem Fal­le müs­se sich die Tele­fon­ge­sell­schaft einen Scha­dens­er­satz­an­spruch des Kun­den in glei­cher Höhe ent­ge­gen­hal­ten las­sen, weil sie unter Ver­stoß gegen den Grund­satz von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) nicht vor die­sem beson­de­ren Kos­ten­ri­si­ko gewarnt habe. Dar­über hin­aus sei der Kun­de nicht dar­über infor­miert wor­den, dass er kei­nes­wegs stets vor einer neu­en Auf­la­dung durch einen SMS- und E‑Mail-Hin­weis gewarnt wer­de, also kei­nes­wegs eine vol­le Kos­ten­kon­trol­le habe.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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