(Kiel) Der 8. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Olden­burg hat einen damals neben­be­ruf­lich für einen Finanz­dienst­leis­ter aus Clop­pen­burg täti­gen Anla­ge­be­ra­ter zur Zah­lung von Scha­dens­er­satz in Höhe von mehr als 13.000 € ver­ur­teilt.

 

Der Klä­ger betei­lig­te sich im Jahr 1995 nach Bera­tung durch den Beklag­ten als aty­pi­scher stil­ler Gesell­schaf­ter an einer Ver­mö­gens­an­la­gen GmbH und ver­lor durch die Insol­venz der zur „Göt­tin­ger Grup­pe“ gehö­ren­den Gesell­schaft sein ein­ge­zahl­tes Kapi­tal. Wäh­rend das Land­ge­richt die Kla­ge abge­wie­sen hat­te, nahm der Senat eine Haf­tung des Anla­ge­be­ra­ters für den Ersatz der ein­ge­zahl­ten Beträ­ge an.


Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Olden­burg vom 28.08.2013.


Typi­sche stil­le Gesell­schaf­ter wer­den häu­fig allein am Gewinn betei­ligt und kön­nen, soweit sie auch für Ver­lus­te haf­ten, die­se steu­er­lich nicht als Wer­bungs­kos­ten gel­tend machen. Bei der Betei­li­gung als aty­pi­scher stil­ler Gesell­schaf­ter sind Anle­ger hin­ge­gen regel­mä­ßig auch am Ver­lust der Gesell­schaft betei­ligt und kön­nen die­sen steu­er­lich berück­sich­ti­gen las­sen. In der Fol­ge kann die Betei­li­gung zu einem Total­ver­lust füh­ren.


Der Anla­ge­be­ra­ter sind ver­pflich­tet, ihre Kun­den anle­ger- und objekt­ge­recht zu bera­ten. Dazu gehö­ren die Fest­stel­lung des Wis­sen­stan­des und der Anla­ge­wün­sche des Kun­den, der Abgleich mit Anla­ge­pro­duk­ten und deren Prü­fung und Bewer­tung, die Emp­feh­lung eines Anla­ge­pro­dukts ent­spre­chend den fest­ge­stell­ten Anla­ge­zie­len und die Erläu­te­rung der Eigen­schaf­ten und Risi­ken der emp­foh­le­nen Anla­ge. Die Bera­tung muss voll­stän­dig, rich­tig und ver­ständ­lich sein. Die Bera­tung in die­sem Fall habe den Anfor­de­run­gen nicht genügt. Dem Klä­ger sei bereits kei­ne Kapi­tal­an­la­ge emp­foh­len wor­den, die sei­nem Anla­ge­ziel dient.


Für den Senat stand nach der Ver­neh­mung von Zeu­gen fest, dass der Klä­ger das Kapi­tal für sei­ne Alters­vor­sor­ge anle­gen und des­halb das Risi­ko eines Total­ver­lus­tes nicht in Kauf neh­men woll­te. Anle­ger mit die­sem Ziel dür­fen nach der Ent­schei­dung kei­ne mit einem der­ar­ti­gen Risi­ko behaf­te­ten Kapi­tal­an­la­gen emp­foh­len wer­den.


Kroll riet, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies. 

 

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Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
Rechtsanwalt/Master of Insuran­ce Law
Fach­an­walt für Arbeitsrecht/Fachanwalt für Ver­si­che­rungs­recht
Lei­ter des Fach­aus­schus­ses XIV „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“
der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V.

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