(Kiel)  Im Anschluss an sei­ne Ent­schei­dung vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08) hat­te der Bun­des­ge­richts­hof am 10.09.2009 erneut über die Fra­ge von Mehr­ver­gü­tun­gen infol­ge eines ver­zö­ger­ten Zuschlags im öffent­li­chen Ver­ga­be­ver­fah­ren zu ent­schei­den.

Dar­auf ver­weist der Reck­ling­häu­ser Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht sowie für Bau- und Archi­tek­ten­recht Edu­ard Disch­ke von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 10. Sep­tem­ber 2009, VII ZR 82/08.


Aller­dings war es im jetzt zu ent­schei­den­den Fall durch das Nach­prü­fungs­ver­fah­ren eines Mit­bie­ters nicht zu einer Ver­schie­bung der Aus­füh­rungs­fris­ten, son­dern nur zu einer Ver­schie­bung des vor­ge­se­he­nen Zuschlag­ter­mins gekom­men. Der Bie­ter, der nach Zustim­mung zur Ver­län­ge­rung sei­ner Bin­de­frist den Zuschlag erhal­ten hat­te, hat sei­nen Mehr­ver­gü­tungs­an­spruch dar­auf gestützt, dass sich in der Zeit zwi­schen dem ursprüng­lich in Aus­sicht genom­me­nen Zuschlags­ter­min und dem tat­säch­lich erteil­ten Zuschlag sei­ne Preis­kal­ku­la­tio­nen dadurch geän­dert hat­ten, dass sein Ener­gie­lie­fe­rant nun­mehr höhe­re Prei­se for­de­re.


In einer sol­chen Fall­kon­stel­la­ti­on hat der Bun­des­ge­richts­hof einen Anspruch des Bie­ters auf Mehr­ver­gü­tung ver­neint, betont Disch­ke.


Füh­re die Ver­schie­bung des Zuschlags nicht zu einer Ände­rung der ver­trag­li­chen Aus­füh­rungs­fris­ten, müs­se der durch Zuschlag zustan­de gekom­me­ne Ver­trag nicht ange­passt wer­den. Eine Rege­lungs­lü­cke bestehe nicht, der in der Aus­schrei­bung vor­ge­se­he­ne, ursprüng­li­che Zuschlags­ter­min wer­de nicht Ver­trags­be­stand­teil.


Eine Preis­an­pas­sung kom­me auch nicht nach den Grund­sät­zen des Weg­falls oder der Ände­rung der Geschäfts­grund­la­ge (§ 313 BGB) in Betracht. Die auf dem ursprüng­lich preis­wer­ten Ange­bot des Strom­lie­fe­ran­ten beru­hen­de Kal­ku­la­ti­on des Bie­ters wer­de selbst dann nicht Geschäfts­grund­la­ge des Ver­tra­ges, wenn der Bie­ter den Auf­trag­ge­ber dar­über infor­mie­re, dass er Mehr­kos­ten infol­ge der Ver­schie­bung des Zuschlags haben kön­ne, gleich­wohl aber der Ver­län­ge­rung der Bin­dung an sein ursprüng­li­ches Preis­an­ge­bot zustim­me. Mit der Ver­län­ge­rung der Bin­de­frist für sein Ange­bot über­neh­me er die Ver­ant­wor­tung dafür, dass er sei­nen Preis wei­ter unver­än­dert anbie­te. An die­sem Preis müs­se er sich zum Schutz des Wett­be­werbs fest­hal­ten las­sen. Kön­ne er den Preis nicht mehr hal­ten, dür­fe er der Ver­län­ge­rung der Bin­de­frist nicht zustim­men und müs­se aus dem Ver­ga­be­ver­fah­ren aus­schei­den.


Disch­ke mahn­te, den Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen dazu u. a. auch auf die auf Bau- und Archi­tek­ten- und Ver­ga­be­recht sowie Ver­wal­tungs­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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