(Kiel) Das Ober­lan­des­ge­richt Köln hat soeben die Kla­ge eines Werk­un­ter­neh­mers in der Beru­fung zurück­ge­wie­sen, mit der der Werk­un­ter­neh­mer gegen­über der eige­nen Haft­pflicht­ver­si­che­rung Zah­lungs­an­sprü­che in Höhe von 548.731, 24 Euro ver­folgt hat.


Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt Wal­ter Rei­chard aus der Kanz­lei Busch­lin­ger, Claus und Part­ner, Mit­glied in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, auf einen kürz­lich von ihm erstrit­te­nen Beschluss des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Köln vom 16.02.2010, 9 U 127/09.


Der kla­gen­de Werk­un­ter­neh­mer hat von sei­nem Auf­trag­ge­ber ölge­füll­te Kabel gestellt bekom­men, die wäh­rend der Ver­ar­bei­tung unter Öldruck gehal­ten wer­den muss­ten. Neben der Ver­le­gung hat­te der Werk­un­ter­neh­mer auch den Anschluss der Kabel an die Schalt­an­la­gen­ab­zwei­ge vor­zu­neh­men. Der Werk­un­ter­neh­mer hat die ölge­füll­ten Kabel weder unter Öldruck ver­ar­bei­tet noch für einen fach­ge­rech­ten End­ver­schluss der Kabel gesorgt, so dass er kei­ne abnah­me­fä­hi­ge Leis­tung erbrin­gen konn­te. Der Werk­un­ter­neh­mer hat argu­men­tiert, dass er das Eigen­tum des Auf­trag­ge­bers beschä­digt habe und des­we­gen der Scha­den an den vom Auf­trag­ge­ber gestell­ten Kabeln unter den Ver­si­che­rungs­schutz der Betriebs- und Pro­dukt­haft­pflicht­ver­si­che­rung fal­le.


Das Ober­lan­des­ge­richt Köln ist der Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­ho­fes gefolgt, dass die Erfül­lung von Ver­trä­gen und die an die Stel­le der Erfül­lungs­leis­tung tre­ten­de Ersatz­leis­tung nicht Gegen­stand der Haft­pflicht­ver­si­che­rung ist, so Rei­chard.


Bei der „an die Stel­le der Erfül­lungs­leis­tung tre­ten­de Ersatz­leis­tung“ han­de­le es sich um einen eigen­stän­di­gen ver­si­che­rungs­recht­li­chen Begriff, des­sen Beur­tei­lung unab­hän­gig von der werk­ver­trag­li­chen Qua­li­fi­zie­rung zu erfol­gen habe. Hier­bei hat das Ober­lan­des­ge­richt Köln aus­ge­führt, dass nach ver­stän­di­ger Wür­di­gung die gestell­ten Kabel Leis­tungs­ge­gen­stand waren und somit vom Ver­si­che­rungs­schutz aus­ge­schlos­sen sind.


Rei­chard betont in die­sem Zusam­men­hang, dass ein nicht ver­si­cher­ter Scha­den in die­ser Grö­ßen­ord­nung mit­tel­stän­di­ge Unter­neh­mer schnell in ihrer Exis­tenz bedro­hen kann. Gera­de für sie bestehe daher drin­gen­der Klä­rungs­be­darf, wie die­se Risi­ken zuver­läs­sig ver­si­chert wer­den könn­ten, da eine gro­ße Wahr­schein­lich­keit dafür bestehe, dass – zumin­dest – über die Betriebs- und Pro­dukt­haft­pflicht­ver­si­che­rung für vom Auf­trag­ge­ber gestell­te Mate­ria­li­en kein Ver­si­che­rungs­schutz bestehe.


Er emp­fahl daher, sich aus­rei­chend und umfas­send zu infor­mie­ren, wobei er hin­sicht­lich dabei auf­tre­ten­der recht­li­cher Fra­ge­stel­lun­gen oder nach­fol­gen­der Pro­ble­me auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Wal­ter Rei­chard
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