(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben ent­schie­den, dass nach der Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung bei Ver­spä­tung wegen ver­zö­ger­ter Lan­de­er­laub­nis kei­ne Aus­gleichs­an­sprü­che bestehen.


Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 13.11.2013 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. X ZR 115/12.


Der Klä­ger ver­langt eine Aus­gleichs­zah­lung nach Art. 7 Abs. 1 der Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung (Ver­ord­nung (EG) Nr. 261/2004) wegen erheb­li­cher Ver­spä­tung.


Er buch­te bei dem beklag­ten Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men für den 27. April 2006 eine Flug­rei­se von Ham­burg über Paris nach Atlan­ta. Der Zubrin­ger­flug nach Paris star­te­te pünkt­lich, lan­de­te jedoch ver­spä­tet, weil zunächst kei­ne Lan­de­er­laub­nis erteilt wur­de. Der Klä­ger ver­pass­te infol­ge­des­sen den pünkt­lich abge­hen­den Anschluss­flug nach Atlan­ta. Da ein Wei­ter­flug nach Atlan­ta erst wie­der am nächs­ten Tag mög­lich war, bemüh­te sich der Klä­ger um eine ent­spre­chen­de Ver­schie­bung sei­nes ursprüng­lich für den 27. April 2006 in Atlan­ta geplan­ten Geschäfts­ter­mins. Der Ter­min konn­te jedoch erst meh­re­re Tage spä­ter statt­fin­den. Der Klä­ger ließ daher den Flug nach Atlan­ta ent­spre­chend umbu­chen und reis­te nach Hau­se zurück.


Die Kla­ge, die ursprüng­lich auch noch auf Ersatz wei­ter­ge­hen­der Schä­den gerich­tet war, ist hin­sicht­lich des Aus­gleichs­an­spruchs nach der Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung in bei­den Vor­in­stan­zen ohne Erfolg geblie­ben. Die vom Land­ge­richt inso­weit zuge­las­se­ne Revi­si­on hat der Bun­des­ge­richts­hof zurück­ge­wie­sen.


Zwar sind ent­ge­gen der Annah­me der Vor­in­stan­zen die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für einen Aus­gleichs­an­spruch nach Art. 7 der Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung wegen erheb­li­cher Ver­spä­tung erfüllt, weil die ver­spä­te­te Ankunft des Zubrin­ger­flu­ges in Paris dazu geführt hat, dass der Klä­ger sein End­ziel Atlan­ta nicht frü­her als drei Stun­den nach der geplan­ten Ankunft errei­chen konn­te. Eben­so wenig ist der Aus­gleichs­an­spruch aus­ge­schlos­sen, weil der Klä­ger den ihm für den ver­pass­ten Anschluss­flug ange­bo­te­nen Ersatz­flug nach Atlan­ta nicht ange­tre­ten hat. Denn der Klä­ger hat gleich­wohl einen nach der Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung aus­zu­glei­chen­den Zeit­ver­lust erlit­ten.


Aller­dings hat die Zurück­wei­sung des Aus­gleichs­an­spruchs durch das Land­ge­richt im Ergeb­nis gleich­wohl Bestand. Die Ver­spä­tung des Flu­ges beruh­te dar­auf, dass das pünkt­lich gestar­te­te Flug­zeug am Ankunfts­flug­ha­fen kei­ne Lan­de­er­laub­nis erhielt. Damit ging die Ver­spä­tung auf “außer­ge­wöhn­li­che Umstän­de” im Sin­ne des Art. 5 Abs. 3 der Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung zurück, die die Ver­pflich­tung eines Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­mens zu Aus­gleichs­zah­lun­gen ent­fal­len las­sen.


Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

 

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