(Kiel) Mit Urteil vom 24.11.2009 hat der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) ent­schie­den, dass eine Klä­ge­rin, die sich in dem Roman „Esra“ wie­der­zu­er­kann­te, kei­nen Anspruch auf Zah­lung einer Geld­ent­schä­di­gung wegen Ver­let­zung ihres Per­sön­lich­keits­rechts hat.

Dar­auf ver­weist die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das BGH-Urteil vom 24.11.2009, Az.: VI ZR 219/08.


Die Klä­ge­rin ver­langt Geld­ent­schä­di­gung wegen Ver­let­zung ihres all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts durch den Roman “Esra”, des­sen Ver­le­ge­rin die Beklag­te zu 1 und des­sen Autor der Beklag­te zu 2 ist. Der Roman erzählt die Lie­bes­ge­schich­te von “Adam” und “Esra”, einem Schrift­stel­ler und einer Schau­spie­le­rin. Die Klä­ge­rin, die sich in der Roman­fi­gur der “Esra” wie­der­erkennt, hat nach Erschei­nen des Romans ein gericht­li­ches Ver­brei­tungs­ver­bot erwirkt. Nun­mehr begehrt sie zusätz­lich eine Geld­ent­schä­di­gung in Höhe von 50.000 € wegen Ver­let­zung ihres Per­sön­lich­keits­rechts.


Das Land­ge­richt hat die Beklag­ten antrags­ge­mäß ver­ur­teilt. Auf die Beru­fung der Beklag­ten hat das Ober­lan­des­ge­richt die Kla­ge abge­wie­sen. Die Revi­si­on der Klä­ge­rin hat­te kei­nen Erfolg, betont Scheel-Pötzl.


Der für den Schutz des All­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts zustän­di­ge VI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die beson­de­re Bedeu­tung der Kunst­frei­heit betont. Deren hoher Rang und schran­ken­lo­se Gewähr­leis­tung gebie­ten bei der Zuer­ken­nung einer Geld­ent­schä­di­gung wegen Ver­let­zung von Per­sön­lich­keits­rech­ten durch Kunst­wer­ke beson­de­re Zurück­hal­tung. Obwohl die Ver­öf­fent­li­chung die Klä­ge­rin in ihren Per­sön­lich­keits­rech­ten schwer­wie­gend betraf, bestand im Streit­fall kein Anspruch der Klä­ge­rin auf Zuer­ken­nung einer Geld­ent­schä­di­gung. Dabei waren im Rah­men der gebo­te­nen Gesamt­ab­wä­gung ins­be­son­de­re die äußerst schwie­ri­ge Bestim­mung der Gren­zen der Kunst­frei­heit und die Tat­sa­che zu berück­sich­ti­gen, dass das von der Klä­ge­rin erwirk­te Ver­bot des Romans bereits erheb­lich in die Kunst­frei­heit ein­greift.


Scheel-Pötzl emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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