(Kiel) Eine Wer­be­agen­tur ist hin­sicht­lich eines im Auf­trag ent­wi­ckel­ten Logos nur dann für die mar­ken­recht­li­che Zuläs­sig­keit ver­ant­wort­lich, wenn dies aus­drück­lich ver­ein­bart wur­de oder es sich um eine groß ange­leg­te Wer­be­kam­pa­gne han­delt. Im Übri­gen muss der Auf­trag­ge­ber grund­sätz­lich selbst prü­fen, ob die Nut­zung des Logos frem­de Mar­ken­rech­te ver­letzt.

Hier­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Mathi­as Zim­mer-Goertz von der Kanz­lei Bei­ten Burk­hardt und Mit­glied der Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. (DASV), Bezug neh­mend auf einen jetzt ver­öf­fent­lich­ten Hin­weis­be­schluss des Kam­mer­ge­richts Ber­lin vom 4. Febru­ar 2011 (Az.: 19 U 109/10).

In dem zitier­ten Fall hat­te ein Unter­neh­men eine Wer­be­agen­tur mit der Ent­wick­lung eines Logos beauf­tragt. Da die­ses Logo die Mar­ken­rech­te eines Drit­ten ver­letz­te, ver­lang­te das Unter­neh­men von der Wer­be­agen­tur den Ersatz des hier­durch ent­stan­de­nen Scha­dens. Die Wer­be­agen­tur hat­te im Vor­feld weder eine Prü­fung durch­ge­führt, ob das von ihr ent­wor­fe­ne Logo gegen Rech­te Drit­ter ver­stößt, noch das Unter­neh­men dar­auf hin­ge­wie­sen, dass kei­ne sol­che Unbe­denk­lich­keits­prü­fung durch­ge­führt wur­de.

Das Kam­mer­ge­richt Ber­lin stellt in sei­nem Hin­weis­be­schluss klar, dass eine Wer­be­agen­tur grund­sätz­lich nur die Erstel­lung des Logos nach den gra­phi­schen Ansprü­chen des Auf­trag­ge­bers schul­det. Eine still­schwei­gen­de Ver­pflich­tung der Wer­be­agen­tur, dem Auf­trag­ge­ber auch ohne aus­drück­li­che Ver­ein­ba­rung eine nicht mit Rech­ten Drit­ter kol­li­die­ren­de Wer­bung zur Ver­fü­gung zu stel­len, wird nach Ansicht der Rich­ter durch die Zumut­bar­keit der Mar­ken­rechts­prü­fung im kon­kre­ten Ein­zel­fall begrenzt. Ob eine recht­li­che Über­prü­fung zumut­bar ist, ori­en­tiert sich einer­seits an dem mit der recht­li­chen Prü­fung ver­bun­de­nen Auf­wand sowie der Höhe der an die Agen­tur zu zah­len­den Ver­gü­tung ande­rer­seits.

Das Kam­mer­ge­richt unter­streicht, dass die Prü­fung der recht­li­chen Unbe­denk­lich­keit eine auf­wen­di­ge Mar­ken­re­cher­che erfor­dert, die wie­der­um einer gründ­li­chen Aus­wer­tung durch einen Mar­ken­rechts-Spe­zia­lis­ten bedarf. “Dies ist einer Wer­be­agen­tur nach Ansicht des Gerichts nur bei groß ange­leg­ten Wer­be­kam­pa­gnen und einer ent­spre­chend hohen Ver­gü­tung zuzu­mu­ten”, so Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz.

Sofern kei­ne Prü­fungs­pflicht vor­liegt, ist eine Wer­be­agen­tur auch nicht dazu ver­pflich­tet, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass sie bei der Ent­wick­lung des Logos kei­ne beglei­ten­de Mar­ken­re­cher­che durch­ge­führt hat. Hier­zu ist der Auf­trag­ge­ber, als spä­te­rer Mar­ken­an­mel­der, viel­mehr selbst ver­ant­wort­lich.

Die Ent­schei­dung zeigt, dass sich ein Unter­neh­mer ohne aus­drück­li­che ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung mit der Wer­be­agen­tur nicht dar­auf ver­las­sen darf, dass das für ihn ent­wi­ckel­te Logo mar­ken­recht­lich unbe­denk­lich ist”, betont Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz.

Vor die­sem Hin­ter­grund emp­fiehlt es sich bei neu ent­wi­ckel­ten Mar­ken, spä­tes­tens vor der Mar­ken­an­mel­dung und der erst­ma­li­gen Ver­wen­dung der neu­en Mar­ke im Geschäfts­ver­kehr stets mit einem fach­lich spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­walt zusam­men zu arbei­ten, um kos­ten­in­ten­si­ve Abmah­nun­gen und Scha­den­er­satz­for­de­run­gen zu ver­mei­den.

In die­sem Zusam­men­hang wird u.a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. (www.mittelstands-anwaelte.de) ver­wie­sen.

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RA Mathi­as Zim­mer-Goertz
Bei­ten Burk­hardt Rechts­an­walts­ge­sell­schaft mbH
Uer­din­ger Stras­se 90
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