(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat in zwei Fäl­len ent­schie­den, dass Drit­te auf Beklei­dungs­stü­cken Sym­bo­le ehe­ma­li­ger Ost­block­staa­ten anbrin­gen dür­fen, obwohl die­se Sym­bo­le mitt­ler­wei­le als Mar­ken für Beklei­dungs­stü­cke geschützt sind.

Hier­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Mathi­as Zim­mer-Goertz von der Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. (DASV)  unter Hin­weis auf die Urtei­le des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 14.01.2010, Az.: I ZR 82/08 – CCCP sowie I ZR 92/08 – DDR.


Der Klä­ger des Ver­fah­rens I ZR 92/08 ist Inha­ber der unter ande­rem für Beklei­dungs­stü­cke ein­ge­tra­ge­nen Wort­mar­ke “DDR”. Er war außer­dem Inha­ber einer für Tex­ti­li­en ein­ge­tra­ge­nen Bild­mar­ke, die das Staats­wap­pen der DDR abbil­de­te. Der Beklag­te ver­treibt soge­nann­te Ost­pro­duk­te. Er bewirbt und ver­treibt T‑Shirts mit der Bezeich­nung “DDR” und ihrem Staats­wap­pen. Der Klä­ger hat den Beklag­ten auf Unter­las­sung in Anspruch genom­men. Das Land­ge­richt Mün­chen I hat die Kla­ge abge­wie­sen. Das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen hat den Beklag­ten antrags­ge­mäß ver­ur­teilt.


Das zwei­te Kla­ge­ver­fah­ren (I ZR 82/08) betraf die Ver­wen­dung der Buch­sta­ben­fol­ge “CCCP” zusam­men mit dem Ham­mer-und-Sichel-Sym­bol auf T‑Shirt. Die Buch­sta­ben­fol­ge “CCCP” (in latei­ni­schen Buch­sta­ben SSSR) steht als Abkür­zung der kyril­li­schen Schreib­wei­se der frü­he­ren UdSSR. Die Klä­ge­rin ist Lizenz­neh­me­rin der Wort­mar­ke “CCCP”, die für bestimm­te Beklei­dungs­stü­cke (z.B. Hosen, Over­alls) ein­ge­tra­gen ist. Die Beklag­te ver­treibt über das Inter­net bedruck­te Beklei­dungs­stü­cke. Zu den zur Aus­wahl ste­hen­den Moti­ven gehört auch ein Ham­mer-und-Sichel-Sym­bol mit der Buch­sta­ben­fol­ge “CCCP”. Die Klä­ge­rin hat die Beklag­te auf Unter­las­sung des Ver­triebs die­ser Pro­duk­te in Anspruch genom­men. Land­ge­richt und Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg haben die Kla­ge man­gels mar­ken­mä­ßi­ger Benut­zung der ange­grif­fe­nen Bezeich­nung abge­wie­sen.


Der Bun­des­ge­richts­hof hat die kla­ge­ab­wei­sen­den Ent­schei­dun­gen im Ham­bur­ger Ver­fah­ren bestä­tigt. Im Münch­ner Ver­fah­ren I ZR 92/08, so Zim­mer-Goertz, hat er das von der Vor­in­stanz aus­ge­spro­che­ne Ver­bot auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen.


Im mar­ken­recht­li­chen Ver­let­zungs­ver­fah­ren geht es nicht mehr um den Bestand der Mar­ken. Die Ansprü­che der Klä­ger aus ihren Mar­ken hat der Bun­des­ge­richts­hof ver­neint, weil die Anbrin­gung der Sym­bo­le der ehe­ma­li­gen Ost­block­staa­ten auf Beklei­dungs­stü­cken die Mar­ken­rech­te der Klä­ger nicht ver­let­zen. Die mar­ken­recht­li­chen Ansprü­che set­zen vor­aus, dass der Ver­kehr auf Beklei­dungs­stü­cken ange­brach­te Auf­dru­cke als Hin­weis auf die Her­kunft der Pro­duk­te von einem bestimm­ten Unter­neh­men und nicht nur als deko­ra­ti­ves Ele­ment auf­fasst, das nach Art des Motivs vari­ie­ren kann. Der Bun­des­ge­richts­hof hat ange­nom­men, dass die Ver­brau­cher die auf der Vor­der­sei­te von T‑Shirts ange­brach­ten Sym­bo­le ehe­ma­li­ger Ost­block­staa­ten aus­schließ­lich als deko­ra­ti­ves Ele­ment auf­fas­sen und in ihnen kein Pro­dukt­kenn­zei­chen sehen.


Zim­mer-Goertz emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und ver­wies bei hier­zu auf­kom­men­den Rechts­fra­gen u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­tin­nen und Anwäl­te in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. — www.mittelstands-anwaelte.de.


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